Formula 1 Rolex Grosser Preis von Österreich 2020
Red Bull Ring (ehem. A1 - Ring)
oesterreich
oesterreich
Berichte
Ergebnisse
Presse
Bilder
Statistiken
Rennen
Qualifying
Freitagstraining
Bottas gewinnt das erste Rennen der Saison
Die Formel1 Fans mussten wegen der Corona Pandemie 112 Tage länger auf den Start der Formel1 Saison 2020 warten. 217 Tage nach dem letzten Rennen in Abu Dhabi am 01.12.2019 röhrten die Motoren der 20 Piloten beim Start in die neue Saison. Und das Rennen im Österreichischen Spielberg hatte für die Warterei und den Beschränkungen rund um die Veranstaltung (z.B. kein Publikum auf den Tribünen) fast mehr als entschädigt. Nachdem sich schon im Training und auch im Qualifying abgezeichnet hatte, dass die Ferrari leistungsmäßig im Mittelfeld des Rennzirkus angekommen war und Red Bull auch nicht mit den Mercedes mithalten konnten, überraschten eher Racing Point und McLaren mit einer sehr guten Performance.
Mercedes Pilot Valtteri Bottas holte sich den ersten Saisonsieg im ersten Rennen vor Charles Leclerc im Ferrari und Lando Norris, der im McLaren erstmals bei einer Siegerehrung aufs Treppchen durfte. Lewis Hamilton kam zwar als Zweiter hinter Bottas ins Ziel, wurde jedoch nach einer 5 Sekunden – Strafe nur Vierter vor dem zweiten McLaren von Carlo Sainz Jr. und dem Racing Point Piloten Sergio Pérez. Dieser erhielt auch eine 5-Sekundenstrafe (zu schnell in der Boxengasse), die jedoch auf seine Position keine Auswirkung hatte. Siebter wurde Pierre Gasly im Alpha Tauri vor Esteban Ocon (Renault), Antonio Giovinazzi (Alfa Romeo) und Sebastian Vettel, der im Ferrari mit Position Zehn den letzten WM Punkt mitnehmen konnte. Elfter und Letzter wurde der Formel1 Neuling Nicholas Latifi im Williams. Daniil Kvyat (Alpha Tauri) und Alexander Albon (Red Bull) wurden noch als Zwölfter und Dreizehnter gewertet. Kvyat schied in der vorletzten Runde mit einem Reifenschaden aus und Albon musste seinen Red Bull vier Runden vor Rennende mit einem Defekt abstellen. Max Verstappen, der die letzten beiden Rennen in Österreich gewinnen konnte, musste nach Elf Runden seinen Red Bull mit einem Hydraulikschaden abstellen. Daniel Ricciardo schied mit einer Überhitzung des Renault in Runde Siebzehn aus und nur drei Runden später schied auch Lance Stroll mit einem Defekt am Racing Point aus. In Runde 24 und Runde 49 mussten die beiden Haas Piloten Kevin Magnussen und Romain Grosjean ihre Boliden abstellen. Bei beiden schienen die Bremsen Probleme zu machen. George Russell musste mit einem Fehler am Benzindruck seinen Williams nach 49 Runden abstellen. Kimi Räikkönen verlor in der 53. Runde kurz nach einem Boxenstopp während einer Safetycar Phase sein rechtes Vorderrad.



Die Startaufstellung
Der Finne Valtteri Bottas startete im Mercedes von der Poleposition. Teamkollege Lewis Hamilton fuhr zwar auf Position Zwei, wurde jedoch kurz vor dem Rennen mit einer Strafe belegt und 3 Startplätze nach hinter verbannt. Red Bull konnte mit einem Videobeweis von einer 360 Grad Kamera, die an jedem Fahrzeug angebracht ist, beweisen, dass Hamilton trotz gelber Flagge im Training nicht vom Gas gegangen war. Dadurch erreichte Red Bull eine bessere Startposition seiner beiden Piloten. Max Verstappen, der als einziger mit der Medium – Mischung unterwegs war, startete nun von Position Zwei vor Lando Norris (McLaren) und seinem Teamkollegen Alexander Albon. Hinter Hamilton, auf Position sechs startete Sergio Perez (Racing Point) vor Ferrari Pilot Leclerc, Carlos Sainz (McLaren), Lance Stroll (Racing Point) und Daniel Ricciardo (Renault). Erst auf Position Elf startete Sebastian Vettel, der im Ferrari in Q2 ausschied und auch die härtere Reifenmischung beim Start verwendete.

Red Bull Drama in zwei Akten
Red Bull, der scheinbar einzige Rennstall, der den Mercedes gefährlich werden könnte, glänzte im Rennen nicht gerade durch Stabilität.
Akt 1
Max Verstappen startete als Zweiter gut ins Rennen, verlor anfangs auf Bottas, konnte jedoch später, als seine Medium – Reifen ihren Höhepunkt hatten, wieder auf Bottas aufholen, dessen weiche Reifen langsam schlechter wurden. Doch in der 12. Runde verlor Verstappen plötzlich an Leistung und er musste seinen Red Bull mit einem Hydraulikschaden an die Box fahren. Dort versuchte man noch den Schaden zu beheben, was jedoch nicht gelang. Der Erste Ausfall der Saison 2020.
Akt 2
Alexander Albon lieferte sich im vorderen Mittelfeld schöne Zweikämpfe und schaffte es noch kurz vor der dritten Safetycar Phase an Lando Norris auf Position Drei vor zu fahren. Mit frischen weichen Reifen machte er nach dem Neustart jagt auf die beiden Mercedes-Piloten, die zum Einen mit alten Reifen (Medium) unterwegs waren und zum Anderen mit Problemen an den Sensoren zu kämpfen hatten und die Curbs meiden mussten und dadurch langsamer waren. Nur wenige Kurven später versuchte Albon in der Rechtskurve an Hamilton außen vorbei zu kommen. Die frischeren Reifen gaben ihm den Grip, um um Hamilton herum zu fahren. Dieser ließ sich, der Meinung der Rennkommissare nach, zu weit raus treiben, so dass er mit einem linken Vorderrad das rechte Hinterrad der Red Bull berührte. Albon drehte sich von der Strecke und fiel auf den vorletzten Platz zurück. Bei der Aufholjagd wurde er in Runde 67 plötzlich langsam und musste auch seinen Red Bull mit einem Defekt abstellen. Ohne diese Kollision hätte Albon nicht nur das erste Mal in seiner Karriere aufs Podium gekonnt, er hätte sogar mit der Performance Valtteri Bottas angreifen und in Führung gehen können.

Ferrari zwischen Himmel und Hölle
Nachdem im Training und erst recht im Qualifying klar wurde, dass im Rennstall der Scuderia Ferrari nichts, aber auch überhaupt nichts rund läuft, hatten die Verantwortlichen für das Rennen auch keine hohe Erwartungen mehr. Zum Einen sorgte der Rauswurf von Vettel, der 2021 nicht mehr für Ferrari fahren wird, für großen Wirbel. In einem Interview sagte Vettel, dass es kein Einvernehmliches Trennen war, sondern das er klassisch abserviert wurde. Schon Ende 2019 suchte Ferrari Kontakt zu Carlos Sainz Jr., um ihn als Nachfolger für Vettel zu gewinnen. Erst am 11. Mai wurde dann Vettel von seinem bevorstehenden Rauswurf informiert. Doch neben dem Rauswurf - Skandal sorgte Ferrari auch mit einer schlechten Performance des Wagens für aufsehen. Naber der miesen Aerodynamik kämpften die Piloten auch mit dem Motor, der scheinbar nicht mehr die Leistung zeigte, wie 2019. Die Quittung war der Abstieg ins Mittelfeld, geschlagen nicht nur vorn den Mercedes und Red Bull, sondern auch von McLaren und Racing Point. Sogar der Renault von Daniel Ricciardo qualifizierte sich besser als der Ferrari von Vettel. Im Rennen gab es dann auch noch ein Fahrfehler von Vettel, der ihn auf den Vorletzten Platz brachte. Als Leclerc und Carlos Sainz vor ihm im Zweikampf in eine Rechtskurve einbogen, versuchte Vettel innen an Sainz vorbei zu kommen. Dabei verlor der deutsche das Heck und drehte sich auf der Strecke. Nach dem Rennen versuchte Vettel es mit mangelnder Stabilität des Wagens zu rechtfertigen, was sicherlich bei Ferrari nicht gut ankommen wird. Ob er in einer Woche wieder im Ferrari - Cockpit sitzen wird? Vettel hat sich selbst kein gutes Bewerbungsschreiben für ein Cockpit der Saison 2021 erarbeitet.
Versöhnlich endete jedoch das Rennen für Charles Leclerc, aber dieses auch nur auf dem Papier. Wenn Verstappen und Albon nicht ausgefallen wären und Hamilton keine Strafe bekommen hätte, wäre Leclerc auch nur maximal fünfter geworden. Also Schadensbegrenzung für Ferrari beim Zweiten Platz in Österreich. Auch hatte Ferrari Glück, dass es drei Safetycar Phasen gab. Hätte es diese nicht gegeben, wäre wohl ein, oder gar beide Ferrari von den Mercedes Überrundet worden. Da das nächste Rennen wieder in Österreich nächste Woche stattfinden wird, kann Ferrari nur wieder auf so ein Chaos Rennen hoffen, um überhaupt Punkte einfahren zu können.

Mercedes kann sich nur selber schlagen
Mit einer beeindruckenden Leistung hatte sich Mercedes in den ersten beiden Tagen der Formel 1 präsentiert. Alle Trainigssessions gewonnen und auch im Qualifying gezeigt, dass sie die Nummer Eins sind. Hamilton vermasselte jedoch anfangs die Freude wegen der Strafe ein wenig. Der brite musste beim Start drei Startplätze nach hinten, weil er im Qualifying in seiner zweiten gezeiteten Runde die gelbe Flagge missachtete. Da auch zuvor seine erste Runde aberkannt wurde (Stichwort Track-Limits) hatte er Glück, dass er nur eine Strafe mit 3 Positionen erhielt. Ansonsten hätte Hamilton von Startplatz 10 aus in Rennen gehen müssen.
Doch er zeigte sich die Stärke des Mercedes schon kurz nach dem Start. Es dauerte nicht lange, und Hamilton lag knapp Acht Sekunden hinter dem Teamkollegen auf Position Zwei. Als dann das erste Safetycar das Feld wieder zusammenrückte, wurde die Mercedescrew Unruhig und ordnete beiden Piloten an, von den Curbs fern zu bleiben. Grund waren Probleme an den Sensoren am Wagen, die durch die Vibrationen Fehler anzeigten. Dann kam am Schluss der Red Bill von Albon, der möglicherweise beide Mercedes noch abgefangen hätte, wäre da nicht die Kollision mit Hamilton gewesen. Und das nur, weil bei der Safetycar Phase Mercedes nicht zum Reifenwechsel rein kam.

Positive Performance von McLaren und Racing Point
Zumindest in Österreich zeigten die beiden Rennstätte, dass sie ein Wörtchen bei der WM mitreden möchten. Vor allem fiel das Team Racing Point auf, die mit einer Kopie des 2019er Mercedes antrat. Auch die tolle Performance von McLaren lässt auf eine spannende Saison hoffen. In der letzten Runde gab Lando Norris aufgrund der 5 Sekunden Strafe von Hamilton alles und fuhr sogar die Bestzeit des Tages. Diese phantastische Runde verhalf Norris aufs Treppchen und zum zusätzlichen Punkt für die Schnellste Runde des Rennens.

BlackLivesMatter
Alle Formel1 – Teams unterstützen die „ BlackLivesMatter“ - Bewegung nach den Vorfällen in den USA. Vor dem Start knieten sich fast alle der Formel1 Piloten aus Respekt und als Zeichen gegen Rassismus nieder. Nach der Siegerehrung zeigten sich die drei Gewinner mit einem Shirt gegen Rassismus. Mercedes ging am weitesten. Angetrieben von Hamilton änderte Mercedes die Lackierung ihrer Silberpfeile in Schwarz um ein Zeichen zu setzen.

Somit verabschiedet sich die Formel1 aus Österreich um in der nächsten Woche wieder in Österreich beim Großen Preis der Steiermark auf der gleichen Rennstrecke das zweite Rennen auszutragen. Hoffentlich wieder so spannend wie im ersten Rennen.