- Rennen: 1. Platz – 1:42:19.313
Ich weiß, dass wir, oder besser gesagt ich, oft sage, dies geht über meine kühnsten Träume hinaus. Aber ich glaube, dass ich mein gesamtes Leben insgeheim so große Träume hatte, sie schienen nur immer in weiter Ferne zu sein. Ich erinnere mich daran, wie Michael seine Titel eingefahren hat. Wir alle geben als Fahrer unser Bestes und es ist harte Arbeit, nur einen, zwei oder gar drei Titel zu gewinnen. Sieben Mal Weltmeister zu werden, ist absolut unvorstellbar. Aber wenn man mit einer so fantastischen Truppe an Menschen zusammenarbeitet, miteinander kommuniziert, sich gegenseitig vertraut und zuhört, ist kein Ende in Sicht, was wir, dieses Team und ich, gemeinsam erreichen können. Ich bin sehr stolz auf das, was wir zusammen geschafft haben. Das Vertrauen, das sie heute da draußen in mich gesteckt haben, muss sich über die Zeit entwickeln. Dieses Jahr war sehr hart. Ich bin nicht weggegangen, ich war nicht zum Essen, ich bin nur in meiner Blase geblieben. Ich hatte jeden Tag Zimmerservice und nichts wirklich Spannendes. Der Grund dafür ist, dass ich um einen Titel gekämpft habe. Ich glaube, dass ich in diesem Jahr mehr Opfer als jemals zuvor in meinem Leben erbracht habe. Das war richtig schwierig. Wenn ich dann solche Momente erlebe, möchte ich darauf warten, bis ich von meiner Familie umgeben bin und mit meinen Freunden zusammen sein kann, weil ich möchte diese Erinnerungen mit ihnen teilen. Ich bin sehr stolz auf das heutige Rennen. Ich habe mich an Augenblicke erinnert, in denen es in der Vergangenheit schiefgegangen ist, etwa in China 2007, als ich den Titel auf abgefahrenen Reifen in der Boxengasse verloren habe. Alle diese Dinge habe ich im Laufe der Zeit gelernt und heute konnte ich sie umsetzen. Das ist der Grund, warum wir heute dieses Ergebnis und diesen Abstand gesehen haben. Gleichzeitig habe ich das Gefühl, dass es gerade erst losgeht. Das ist richtig seltsam. Ich fühle mich körperlich in toller Verfassung und mental war dieses Jahr für viele Menschen, für Millionen von Menschen, das härteste. Ich weiß, dass es hier immer toll aussieht, auf der großen Bühne, aber es ist für uns Athleten nicht anders. Es war eine Herausforderung, von der ich nicht wusste, wie ich sie meistern sollte. Aber mit der Hilfe der großartigen Menschen um mich herum, mit der Hilfe meines Teams, von Team LH, habe ich mich über Wasser gehalten und bin konzentriert geblieben. Ich hoffe, dass wir alle nächstes Jahr ein besseres Jahr erleben werden. Ich würde liebend gerne bleiben, ich habe das Gefühl, dass hier noch viel Arbeit vor uns liegt. Ich arbeite hart daran, dass wir uns als Sport selbst in die Verantwortung nehmen, damit wir bemerken, dass wir die Menschenrechts-Themen, die in den Ländern existieren, in denen wir antreten, nicht ignorieren dürfen, sondern uns ihnen stellen müssen. Es geht darum, wie wir mit diesen Ländern sprechen und sie stärken können, um sich zu verändern, und das nicht erst in 10 oder 20 Jahren, sondern schon jetzt. Ich möchte der Formel 1 und auch Mercedes auf dem Weg helfen, noch nachhaltiger zu werden. Ich hoffe, dass ich zumindest in der Anfangsphase noch ein bisschen länger ein Teil des Ganzen sein werde.