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Kanada Race

Michael Schumacher gewinnt knapp vor seinem Bruder in Kanada.

Montreal | 15.06.2003 17:00 UTC
Bericht
Der Weltmeister ging in Kanada bei einem äußerst spannendem Rennen als erster über die Ziellinie. Direkt dahinter als Zweiter Ralf Schumacher vor seinem Teamkollegen Juan Pablo Montoya. Dahinter auf Platz vier Fernando Alonso im Renault, der nur 4,4 Sekunden hinter dem Sieger die Ziellinie überquerte. Rubens Barrichello verteidigte seinen fünften Platz gegen Kimi Räikkönen, der von der Box aus gestartet war. Siebter wurde Mark Webber im Jaguar. Den letzten WM – Punkt holte sich Olivier Panis im Toyota. Heidfeld fiel in der 47. Runde, Frentzen in der 7. Runde aus.
Dieses Rennen wird wohl in die Geschichte eingehen. Vier Fahrer rasten innerhalb von 4,4 Sekunden über die Ziellinie. Aber erst mal von vorne:
Der Start war erst mal ein kleiner Sieg für Williams. Ralf Schumacher geht vor seinem Teamkollegen Juan Pablo Montoya in die erste Kurve. Michael Schumacher, der kurzfristig neben Montoya war, musste zurückstecken. Dahinter blieb Fernando Alonso (Renault), der jedoch von Rubens Barrichello in der ersten Kurve von hinten gerammt wurde. Alonso erlitt dabei keine Blessuren und konnte ohne Probleme weiter fahren. Rubens Barrichello hingegen musste zum Wechseln des Frontflügels an die Box.
Der große Sieger des Startes war wieder einmal das Ausnahmetalent von Minardi, Justin Wilson. Der junge Engländer machte vom Start weg sieben! Plätze gut und landete erst mal auf Platz 11, wobei er sich bis auf Platz 10 in den nächsten Runden vorschieben konnte.
Für Pizzonia fing das Rennen nicht sehr erfolgreich an. In der ersten Haarnadelkurve „Coin Senna“ rammte er in das Heck von Jarno Trulli und musste ebenfalls zum Frontflügelwechsel an die Box. Für Jarno Trulli hingegen hatte es wohl größere Folgen, da er ein paar Runden später mit einem Reifenschaden an die Box musste.
Juan Pablo Montoya leistete sich am Ende der 2. Runde einen kapitalen Schnitzer, indem er seinen Williams auf dem Weg zur Zielgraden zum Drehen brachte. Zum Glück für ihn, ohne irgendwo an zu schlagen. Jedoch verlor er zwei Platze und vielleicht sogar das Rennen, was er wohl ohne den patzer gewinnen hätte können.

Nach den ereignisreichen ersten Runden kehrte dann erst mal etwas Ruhe ein. Ralf Schumacher führte erst mal knapp vor seinem Bruder Michael. Dahinter Fernando Alonso und Juan Pablo Montoya.
In der achten Runde dann der große Schock für alle Frentzen Fans. Der Mönchengladbacher, der schon in Österreich wegen eines Kupplungsschaden nicht starten konnte und in Monaco wegen eines Fahrfehlers in der ersten Runde ausfiel, musste mit einem Getriebeschaden aufgeben.
In der neunten Runde Spannung pur. Montoya machte enormen Druck auf Alonso und schnappte sich diesen in der L´Epingle Haarnadelkurve, als sich Sekunden vorher Jarno Trulli mit einem wohl leicht lädierten Boliden einen Dreher leistete. Verwirrung erst mal, da Montoya Trulli beim Schwenken der gelben Fahne überholt hatte. Jedoch wurde diese Aktion nicht geahndet, da die Gelbphase während des Überholvorganges begann.
Dann das Aus für den Lokalmatador Jacques Villeneuve, der mit einem Schaden am BAR aufgeben musste.
Probleme beim Tanken. Mark Webber verlor etwa 10 Sekunden bei einem Problem an der Tankanlage.
Dann der erste Boxenstop des Führungsduos. Zuerst kommt Ralf Schumacher rein, eine Runde später sein Bruder Michael. Als dieser dann vom Tanken wieder auf die Strecke kommt, schaffte er es, nur knapp einen Meter vor Ralf wieder auf die Strecke zu kommen. Führungswechsel nach dem ersten Boxenstop.
In der 22. Runde der Schock für Jordan – Ford. Beide Boliden von Ralph Firman und Giancarlo Fisichella fielen fast zeitgleich mit einem rauchendem Motor aus. Der erste Totalausfall für das Team um Eddie Jordan.
Jarno Trulli schaffte es auch nicht viel weiter. In der Runde 24 das Aus für den Italiener, dessen Renault wohl bei der Kollision mit Pizzonia doch einen größeren Schaden davongetragen hatte.
Fernando Alonso im zweiten Renault hingegen brachte seinen Renault erst mal in Führung und bewies seinen Kritikern, das er schwerere als die Konkurrenz in das Qualifying gegangen war und trotzdem nur knapp hinter Michael Schumacher war.

Direkt auf der Anfahrt zu Boxengasse löst sich das Rad von Kimi Räikkönen. Der ihm folgenden Rubens Barrichello konnte dem ausrollenden Reifen, der sich einfach von der Felge gelöst hatte, noch ausweichen. Auch Räikkönen kam noch mit seinem lädiertem McLaren Mercedes an die Box und konnte sich neue Pneus holen.
Dann die Kuriosität des Rennens. Erst löste sich der rechte Außenspiegel von Juan Pablo Montoyas Williams und baumelte rundenlang am Boliden, dann löste sich der linke Spiegel von Ralf Schumacher und krachte des öfteren gegen seinen Helm. Voraussichtlich war an beiden Spiegel eine Kamera befestigt, die den Spiegel mitriss. Beide Fahrer hatten dadurch jedoch keine weiteren Beeinflussungen.
Auch Barrichello hatte Probleme mit seinen Ersatzteilen am Ferrari. Ein Lustleitblech riss in der 43. Runde von seinem Ferrari und gefährdete die nachfolgenden Kollegen, wobei Christiano da Matta über diese Trümmer, jedoch ohne Blessuren, fuhr.
Bei den zweiten Boxenstops kam wieder Ralf zuerst an die Box. Erst zwei Runden später kann der Weltmeister zum Tanken und konnte seinen Führung wieder nur knapp behaupten. Zu diesem Zeitpunkt war wieder einmal Fernando Alonso an der Spitze, da auch Montoya zum Tanken an der Box war. Während der Führungsphase holte der Spanier Zehntelsekunden für Zehntelsekunden Vorsprung vor Michael Schumacher raus. Doch nach seinem Boxenstop einigen Runden später musste er sich wieder hinter Montoya einsortieren.
Für das Team um Peter Sauber war dann in der 48. Runde zum zweiten mal in der Saison das Rennen frühzeitig beendet. Nick Heidfeld musste, wie Frentzen zuvor, seinen Boliden mit einem Schaden abstellen.
Eine Runde Später, in der 49. Runde, musste David Coulthard das Rennen mit einem Defekt am McLaren frühzeitig beenden.
In der 53. Runde dann das Aus für Jenson Button im BAR, die zum zweiten mal hintereinander einen Doppelausfall verzeichnen mussten, wobei Button in Monaco nicht ausgefallen, sondern wegen seines schweren Unfalls im Training gar nicht erst gestartet war.
Für Justin Wilson, der für seine Verhältnisse ein klasse Rennen abgeliefert hatte, war in der Box das Rennen beendet, da er seinen Minardi abstellte.
Als letzter fiel Christiano da Matta im Toyota auf Platz acht liegend aus.
Dann die spannenden letzten Runden. Vorne kämpften Michael Schumacher, Ralf Schumacher, Juan Pablo Montoya und Fernando Alonso um die Positionen. Auf Grund von Problemen mit den Bremsen wurde Michael immer langsamer und hielt die Truppe hinter sich auf. Am Ende jedoch konnten wir leider kein Überholmanöver bewundern, jedoch uns über eine spannende Endphase freuen. Ach ja, Barrichello und Kimi Räikkönen lieferten sich auch in den letzten Runden klasse Duelle, die Spaß auf mehr machten.
Am Ende gewann Michael Schumacher (Ferrari) und holte sich somit die WM – Führung zurück. Zweiter wurde Ralf Schumacher (BMW – Williams), der sich gegen seinen Teamkollegen Juan Pablo Montoya durchsetzen konnte. Vierter wurde mit einer sensationellen Leistung Fernando Alonso (Renault), der jederzeit mit den Führenden mithalten konnte. Fünfter wurde Rubens Barrichello (Ferrari) vor David Coulthard (McLaren Mercedes). Siebter wurde Mark Webber (Jaguar) vor Olivier Panis, der sich den letzten WM – Punkt holte. Eben diesen WM – Punkte hätte dem Team Minardi eine riesen Feier eingebracht, jedoch wurde Jos Verstappen nur neunter. Letzter und zehnter wurde Antonio Pizzonia (Jaguar).

Nach so einem tollen Rennen sind wir mal auf die Premiere des neuen McLaren auf dem Nürburgring in zwei Wochen gespannt.


Bis dann,
Euer Stephan
Ergebnisse
PosFahrer Start +/- Zeit / Abstand Intervall Schnellste Runde Stopps Pkt
1 3 +2 1:31:13.591 – 1:16.378 0 10
2 1 -1 +0.784 +0.784 1:16.599 0 8
3 2 -1 +1.355 +0.571 1:16.349 0 6
4 4 0 +4.481 +3.126 1:16.040 0 5
5 5 0 +1:04.261 – 1:16.368 0 4
6 20 +14 +1:10.502 – 1:16.699 0 3
7 6 -1 +1 Runde – 1:17.592 0 2
8 7 -1 +1 Runde – 1:17.904 0 1
9 15 +6 +2 Runden – 1:18.521 0 0
10 13 +3 +4 Runden – 1:17.324 0 0
11 9 -2 +6 Runden – 1:17.787 0 0
Ausgeschieden
RundeFahrer Start +/- Ausfallgrund Schnellste Runde Stopps
61 18 A Defekt 1:18.039 0
52 17 A Defekt 1:17.562 0
48 11 A Getriebeschaden 1:17.769 0
48 12 A Defekt 1:17.769 0
23 8 A Defekt 1:18.696 0
21 16 A Defekt 1:17.186 0
21 19 A Motorschaden 1:19.453 0
15 14 A Bremsen defekt 1:19.780 0
7 10 A Defekt 1:20.043 0
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