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Kanada
Kanada Race

Lewis Hamilton gewinnt das Chaosrennen in Kanada.<BR> Heidfeld zweiter. Robert Kubica schwer verunglückt!

Montreal | 10.06.2007 17:00 UTC
Bericht
Der Brite Lewis Hamilton gewinnt im McLaren Mercedes in Kanada sein erstes Rennen nach nur sechs Rennen in der Formel 1 und baut seine Führung auf 8 Punkte vor Alonso aus. Zweiter wurde im BMW - Sauber mit einer exzellenten Leistung Nick Heidfeld vor dem Österreicher Alexander Wurz (Williams). Heikki Kovalainen, der von Platz 22 aus gestartet war, wurde Vierter vor dem Ferrari - Piloten Kimi Räikkönen. Takuma Sato, der zwei Runden vor Rennende sogar Fernando Alonso (7.Platz) überholt hatte, wurde Sechster. Hinter Alonso kam Ralf Schumacher als Achter ins Ziel.
Überschattet wurde der große Preis von Kanada von einem schweren Unfall des Polen Robert Kubica. Beim Überholversuch touchierte er mit seinem linken Vorderrad das rechte Hinterrad von Jarno Trulli (Toyota) und hob mit über 280 km/h ab. Im Flug krachte er frontal in die Begrenzungsmauer. Nach dem schweren Aufprall überschlug er sich mehrfach und blieb auf der anderen Fahrbahnseite seitlich liegen. Bewegungslos hing Kubica im total zerstörtem Boliden. Schlimmste Befürchtungen und Erinnerungen an Ratzenberger und Senna wurden wach. Jedoch wurde glücklicherweise später bestätigt, dass Kubica “nur” eine leichte Gehirnerschütterung, Prellungen und ein verdrehter Knöchel erlitten hatte. An seinem BMW - Sauber blieb nur noch das Cockpit übrig.
Auch weitere Fahrer wurden Opfer der nahen Mauern in Kanada. Jarno Trulli (Toyota), Vitantonio Liuzzi (Toro Rosso), Christijan Albers und Adrian Sutil (beide Spyker) wurden die Streckenbegrenzungen zum Verhängnis. Mit fünf Safetycar Phasen war es das ereignisreichste Rennen der letzten Zeit. Felipe Massa (Ferrari) und Giancarlo Fisichella (Renault) wurden disqualifiziert, da sie bei Rot in einer der Safetycar Phasen aus der Box gefahren waren.
Der große Preis von Kanada ist bekannt für seine Gefährlichkeit. Besonders in Erinnerung der Überschlag von Alexander Wurz (damals im Benneton). In den letzten Jahren gab es immer wieder viele Unfälle, besonders die, bei denen die Piloten an einer der Mauern, die die Rennstrecke umzäunen, das Rennen beenden mussten. Auch Michael Schumacher, Mika Häkkinen und Jacques Villeneuve hatten mal an einem Renntag Bekanntschaft mit der Wall of Champion gemacht. Auch an diesem Rennwochenende sollte es nicht anders sein. Im Training testet schon mal ein Heikki Kovalainen (Renault) die Widerstandsfähigkeit der Mauer. In Qualifying krachte er dann schon wieder in die Mauer und musste havariert an die Box.
Erst mal zum Start des Rennens: Christijan Albers Spyker streikte schon bei der Zufahrt zur Startaufstellung und musste von der Box aus starten. Jenson Buttons Honda blieb beim Start stehen und musste das Rennen beenden, ohne einen Meter zu fahren. Vorne versuchte Fernando Alonso seinen Teamkollegen Lewis Hamilton, der auf der Pole stand, zu überholen. Als Alonso auch rechts an Hamilton fast vorbei war und zu schnell in die erste links - rechts Schikane fuhr, musste der Spanier aufmachen und über die Wiese fahren. Rücksichtslos rollte Alonso zurück auf die Strecke und hätte dabei fast Hamilton abgeschossen. Nick Heidfeld, der im BMW als Dritter gestartet war, ging auch noch an Alonso vorbei.

Für Alexander Wurz war im Williams in der 9. Runde das Rennen fast zu Ende, als der Toro Rosso - Pilot Scott Speed bei einem Überholversuch in das Heck des Österreichers krachte. Speed wollte rechts an Wurz vorbei und blieb mit seinem linken Vorderrad am Heckflügel des Williams hängen. Dabei brach seine Aufhängung, was für den US-Amerikaner den Vierten Ausfall in Sechs Rennen bedeutete. Somit belegte Speed mit nur 177 Rennrunden den letzten Platz der Statistik der meisten Rennrunden.
Nick Heidfeld (BMW) kam in der 20. Runde als Erster zum Tanken an die Box. Drei Runden später das doppelte Pech. Zum einen krachte Adrian Sutil (Spyker) in die Mauer gefolgt von Teamkollege Christian Albers, der jedoch im Gegensatz zu Sutil weiter fahren konnte. Wegen Sutils Trümmer auf der Strecke musste das Safetycar raus und dies war halt Pech für Heidfeld, der eben erst tanken war. Auch Vitantonio Liuzzi krachte fast zeitgleich in eine der vielen Mauern, konnte aber ohne weiteren Schaden weiter fahren.

Wenige Runden, nachdem das Safetycar das Rennen wieder frei gegeben hatte schockte ein spektakulärer Unfall die Formel1 Fans. Robert Kubica (BMW) versuchte bei der Anfahrt auf die Haarnadelkurve Jarno Trulli (Toyota) rechts zu überholen. Dabei berührte der Pole mit seinem Vorderrad das Hinterrad des Toyotas und hob, wie auf einer Sprungschanze ab. Nach einigen Metern berührte der BMW von Kubica kurz die Weise neben der Strecke, um dann wieder abzuheben. Dabei rutschte es in den abgestellten Toro Rosso von Scott Speed und krachte dann mit etwa 200 km/h in die Mauer. Dabei prallte der BMW wieder ab und überschlug sich mehrfach. Dabei rutschte der total zerstörte BMW über die Strecke und blieb auf der Gegenseite auf der Seite liegen. Leblos wackelte der Kopf von Kubica dabei hin und her. Die schlimmsten Befürchtungen und Erinnerungen an Ratzenberger und Senna wurden wach. Glücklicherweise gab das Medical - Center später bekannt, dass Kubica ansprechbar wäre. Er soll sich “nur” eine leichte Gehirnerschütterung, Prellungen und einen verdrehten Knöchel zugezogen haben.
Während der notwendigen Safetycar Phase fuhren Fernando Alonso (Renault) und Nico Rosberg (Williams) an die Box, obwohl zu dieser Zeit die Boxeneinfahrt gesperrt war (Neue Safetycar Regel). Die Quittung war eine Zeitstrafe für beide Piloten.
Als das Safetycar wieder mal die Strecke verließ, führte Hamilton das Feld vor Heidfeld und, man höre und staune, Anthony Davidson im Super Aguri. Jedoch wurde dieser nach der Safetycar Phase zum Tanken reingeholt, obwohl die Boxengasse schon länger für die Stopps geöffnet wurde. Eine sehr schlechte Taktik des Teams Super Aguri, die beim laufenden Rennen auch mehrere Fehler, z.B. beim Missglückten Boxenstopp, machten. Das junge Team muss noch viel lernen.
In der 37. Runde tanzten Jarno Trulli und Nico Rosberg über die Strecke. Zeitgleich rutschten beide Fahrer in einer Linkskurve aus und drehten eine Pirouette, ohne sich gegenseitig zu berühren.
David Coulthard schied in der 37. Runde mit einem Getriebeschaden aus.

In Runde 48 rutschte nach Adrian Sutil auch der zweite Spyker in die Mauer. Christijan Albers, der schon vorher Bekanntschaft mit der Mauer machte, zerlegte auch seinen Spyker und musste das Rennen frühzeitig beenden. Die Folge: Safetycar Phase Drei. Diese Phase nutzten dann auch einige Piloten zum Boxenstopp. So auch Felipe Massa (Ferrari) und Giancarlo Fisichella (Renault). Jedoch machten beide einen fatalen Fehler. Beide fuhren bei Roter Ampel aus der Box und wurden von der Rennleitung hart bestraft, Schwarze Flagge für beide Fahrer. Disqualifiziert. Wie peinlich .....
Die vierte Safetycar Phase wurde dann durch Vitantonio Liuzzi (Toro Rosso) eingeleitet, der ebenfalls in die Mauer krachte. Auch er konnte unverletzt seinen Boliden verlassen. Jedoch dauerte die Bergung wieder einmal 3 Runden.
Kaum war das Rennen wieder frei gegeben, klebte auch Jarno Trulli mit seinem Toyota in der Mauer, was wiederum eine Safetycar Phase zur Folge hatte.
Die letzten 10 Runden konnten dann endlich mal durchgefahren werden. Vorne setzte sich Lewis Hamilton weiter fest und ließ Nick Heidfeld keine Chance. Vier Runden vor Rennende ließ Takuma Sato im Super Aguri den Toyota von Ralf Schumacher beim Kampf um Platz Sieben regelrecht stehen. Sato nahm dann den Angriff auf Fernando Alonso auf. Zwei Runden vor Ende des Rennens schaffte Sato die Sensation und überholte den McLaren vom Weltmeister, der im gesamten Rennen sehr unkonzentriert und rüpelhaft wirkte.
Am Ende gewann Lewis Hamilton, dessen Siegesfahrt durch die Ereignissen des Rennens fast untergegangen war. Zweiter wurde Nick Heidfeld im BMW - Sauber vor Alexander Wurz. Heikki Kovalainen, dessen Vorbereitung im Training und auch das Qualifying ein Albtraum war, erreichte einen sensationellen vierten Platz. Kimi Räikkönen wurde im Ferrari nur Fünfter vor Takuma Sato im Super Aguri, der beim Überholmanöver an Alonso sensationelles leistete. Ralf Schumacher erreichte im Toyota Platz Acht und lies seine Kritiker erst mal verstummen. Mark Webber (Red Bull) wurde Neunter vor Nico Rosberg (Williams), Anthony Davidson (Super Aguri) und Rubens Barrichello (Honda).
Ergebnisse
PosFahrer Start +/- Zeit / Abstand Intervall Schnellste Runde Stopps Pkt
1 1 0 1:44:11.292 – 1:16.494 0 10
2 3 +1 +4.343 +4.343 1:16.696 0 8
3 19 +16 +5.325 +0.982 1:17.947 0 6
4 22 +18 +6.729 +1.404 1:18.368 0 5
5 4 -1 +13.007 +6.278 1:16.861 0 4
6 11 +5 +16.698 +3.691 1:18.035 0 3
7 2 -5 +21.936 +5.238 1:16.367 0 2
8 18 +10 +22.888 +0.952 1:17.910 0 1
9 6 -3 +22.960 +0.072 1:17.618 0 0
10 7 -3 +23.984 +1.024 1:17.156 0 0
11 17 +6 +24.318 +0.334 1:18.780 0 0
12 13 +1 +30.400 +6.082 1:18.543 0 0
Ausgeschieden
RundeFahrer Start +/- Ausfallgrund Schnellste Runde Stopps
59 10 A Unfall 1:19.092 0
55 12 A Unfall 1:19.375 0
48 21 A Unfallfolge 1:19.254 0
37 14 A Defekt 1:18.981 0
27 8 A Unfall 1:17.529 0
22 20 A Unfall 1:19.452 0
9 16 A Unfall 1:20.092 0
1 15 A Getriebeschaden – 0
1 5 A Disqualifiziert – 0
1 9 A Disqualifiziert – 0
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