← 2017

© Wolfgang Wilhelm for Daimler AG
Kanada
Kanada Race

Lewis Hamilton gewinnt ungefährdet den Großen Preis von Kanada

Montreal | 11.06.2017 18:00 UTC
Bericht
Ohne dass der Brite hätte um seine Position zittern müssen, holte sich der Mercedes Pilot den dritten Sieg der Saison vor seinem Teamkollegen Valtteri Bottas und dem Red Bull Piloten Daniel Ricciardo. Vierter wurde Sebastian Vettel im Ferrari, der nach einer Kollision beim Start mit Max Verstappen einen neuen Frontflügel benötigte und von ganz hinten das Rennen fortsetzen musste. Sergio Perez (Force India) wurde vor seinem Teamkollegen Esteban Ocon Fünfter. Siebter wurde Kimi Räikkönen im Ferrari vor Nico Hülkenberg (Renualt) und Lance Stroll, der bei seinem Heimrennen im Williams die ersten Punkte auf seinem Konto gutschreiben konnte. Die letzten WM Punkte aus Kanada holte sich Romain Grosjean im Haas. Jolyon Palmer verpasste die Punkteränge im Renault und wurde vor Kevin Magnussen (Haas), Marcus Ericsson (Sauber) und Stoffel Vandoorne (McLaren) Elfter. Pascal Wehrlein kam im Sauber als Letzter über die Ziellinie. Fernando Alonso fiel mit einem Motorschaden in der 67. Runde aus und wurde noch als Sechzehnter gewertet. Daniil Kvyat (Toro Rosso) musste in der 34. Runde das Rennen mit einem Defekt beenden. Max Verstappen schied in der 12. Runde mit einem Elektronikschaden aus. Carlos Sainz Jr. Kollidierte mit Romain Grosjean in der ersten Runde und krachte dann in den Williams von Felipe Massa. Sainz und Massa mussten das Rennen schon nach nur wenigen Metern beenden.
Kvyat Fehler vor dem Start
Als es in die Einführungsrunde ging, kam Daniil Kvyat im Toro Rosso nicht von der Stelle. Erst als alle Fahrzeuge schon unterwegs waren, kamen die Mechaniker zur Hilfe und verhalfen dem Russen zum Start in die Einführungsrunde. Der Regularien nach hätte sich Kvyat als Letzter in die Startaufstellen stellen müssen, jedoch überholte er und positionierte sich wieder auf seinen Startplatz Elf. Darauf hin wurde der Toro Rosso Pilot mit einer 10 Sekunden Strafe belegt, die er dann auch bei seinem Boxenstopp absaß.

Kein Wochenende für Pascal Wehrlein
Der Sauber Pilot hatte an diesem Wochenende keinen Spaß. In allen Trainingssession, im Qualifying, im Rennen und sogar bei der schnellsten Runde musste sich der Deutsche seinem Teamkollegen Marcus Ericsson geschlagen geben. Möglich dass ihm der Unfall in Monaco, als er mit seinem Sauber von Button (McLaren) auf die Seite gedreht wurde, ein wenig gehemmt hatte. Zu allen Überfluss musste Wehrlein nach seinem Unfall im Qualifying das Rennen von der Boxengasse aus starten.

Verstappen mit einem Blitzstart
Beim Start kamen die Führenden Lewis Hamilton und Sebastian Vettel eigentlich recht gut weg. Da Vettel den Windschatten von Hamilton nutzen wollte, blieb er hinter dem Briten. Dies nutzten Valtteri Bottas und Max Verstappen, um an Vettel vorbei zu kommen. Verstappen schaffte es von Startplatz fünf auf Position zwei und jagte zunächst den Leader Hamilton. Doch beim Überholen von Vettel fuhr der Niederländer mit seinem linken Hinterrad über den Frontflügel des Ferrari, der dabei heftig beschädigt wurde. Vettel und auch das Team bemerkte zunächst nichts von dieser Beschädigung und holten ihn in der folgenden Safetycar Phase, die von Carlos Sainz verursacht wurde, nicht rein. Als dann das Rennen wieder frei gegeben wurde, verlor Vettel die komplette linkte Seite seines Frontflügel und musste im Renntempo an die Box. Dieses warf den Ferrari Piloten auf den letzten Platz zurück.

Carlos Sainz Jr. ohne Hirn?
Im Getümmel beim Start versuchte Carlos Sainz (gestartet von Position Dreizehn) wieder an Romain Grosjean (Startplatz Vierzehn) vorbei zu kommen, nachdem dieser den Spanier überholt hatte. Dabei kollidierte er leicht mit dem Haas Piloten und nur Sekunden später zog er erneut in den Haas von Grosjean. Beide kamen ins Schleudern. Während Grosjean seinen Boliden noch abfangen konnte, verlor Sainz seinen Toro Rosso, krachte in die Streckenbegrenzung und rutschte rückwärts in die nächste Rechtskurve. Dabei krachte er in den Williams von Felipe Massa, dessen Rennen ebenfalls beendet war. Romain Grosjean beschwerte sich über die Kopflose Aktion des Spaniers. Carlos Sainz wurde von den Rennkommissaren bestraft. Er wird beim nächsten Rennen drei Startplätze nach hinten versetzt.

Vettels Aufholjagd und der Kampf der Pink racer
Von ganz hinten musste Sebastian Vettel das Rennen nach seinem ungeplanten Boxenbstopp fortsetzen. Mit Supersoft Reifen pflügte er das Feld von hinten auf und kämpfte sich bis Position Sechs vor. Dann kam er noch mal rein, um sich einen frischen Satz Ultrasoft Reifen zu holen. Er fiel noch mal hinter seinem Teamkollegen Kimi Räikkönen auf Position Sieben zurück. Als dann Räikkönen in der 60. Runde von der Strecke abkam, er meldete Probleme mit den Bremsen, konnte Vettel die Jagd auf die pinkfarbenen Force India Piloten starten. In der Runde 64 kam Vettel dem Estaban Ocon sehr nahe. Runden lang klebte Ocon im Heck seines Teamkollegen Sergio Perez, der wiederum im Heck des Drittplatzierten Daniel Ricciardo klebte, aber nicht am Red Bull Piloten vorbei kam. Über Funk bat man Pérez, seinen Teamkollegen, der deutlich schneller hätte fahren können, vorbei zu lassen. Doch Sergio ignorierte die Bitte und hielt Ocon auf. Als dann Ocon versuchte, am Teamkollegen vorbei zu kommen, riss der Abstand zu Ricciardo ab. Vettel profitierte und kam in der 64. Runde den beiden Force India sehr nahe. Eine Runde später dann die Chance für Vettel. Ein misslungener Überholversuch von Ocon machte die Tür auf für Vettel, um an dem Franzosen vorbei zu kommen. Dies machte Vettel auch und drängte den Force India Piloten leicht von der Strecke, was jedoch noch regelkonform war. Zumindest ist bis jetzt keine Untersuchung gestartet worden. Zwei Runden später schnappte sich Vettel auch den zweiten Force India Piloten und machte Jagd auf Ricciardo. Doch die drei verbliebenen Runden reichte nicht aus, um an Ricciardo ran zu kommen. So musste sich Vettel mit dem vierten Platz als Schadensbegrenzung zufrieden geben.

Lewis Hamilton gewann fast ohne Gegenwehr.
Nur beim Start musste sich Hamilton breit machen, um seinen Teamkollegen Valtteri Bottas, den Ferrari Piloten Sebastian Vettel und den Blitzstarter Max Verstappen im Red Bull hinter sich zu lassen. Nach dem Neustart nach der Safetycar Phase musste sich der Mercedes Pilot auch noch mal gegen Verstappen wehren, der gefährlich nah heran kam. Danach fuhr Hamilton gechilled über die Strecke und fuhr fehlerlos seinem dritten Sieg entgegen. Auch Bottas hatte es relativ einfach. Nachdem Verstappen ausfiel, musste er nur ein mal mit Estaban Ocon kämpfen, der sich im Force India tapfer mit deutlich älteren Reifen gegen den Mercedes Piloten wehrte.

Und die schnellst Rennrunde wurde gefahren von …
… Lewis Hamilton. Mit einer 1:14.551 fuhr der Brite Bestzeit in der 64. Runde. Die zweitbeste Zeit kam von Sebastian Vettel, der in der Letzten Runde bei der Aufholjagd von Ricciardo richtig gas gab. 1:14.719 war seine beste Zeit. Überrasched war die Bestzeit von Fernando Alonso. Sein Honda Motor brachte in Verbindung mit dem McLaren eine Zeit von 1:15.853, die die viertbeste hinter Kimi Räikkönen war.

Unterhaltsammes Podiumsinterview
Das Interview auf dem Podium wurde von Raumschiff Enterprise – Next generation Captain PK Darsteller Patrick Stewart geleitet. Als der bekennende Hamilton Fan das Interview mit Daniel Ricciardo machte, forderten die Fans Ricciardo auf, wieder Champagner aus seinem Schuh zu trinken. Dies machte der Australier auch und warf danach seinen Schuh ins Punklikum. Patrick Stewart fragte dann, ob es aus dem Schuh schmeckt, und Ricciardo zog auch seinen zweiten Schuh aus und füllte ihm mit Champagner. Stewart nahm ihn und trank den Schuh komplett leer. Respekt für diesen Humor.
Ergebnisse
PosFahrer Start +/- Zeit / Abstand Intervall Schnellste Runde Stopps Pkt
1 1 0 1:33:05.154 – 1:14.551 0 25
2 3 +1 ++ 19.783 – 1:15.894 0 18
3 6 +3 ++ 35.297 – 1:16.165 0 15
4 2 -2 ++ 35.907 – 1:14.719 0 12
5 8 +3 ++ 40.476 – 1:16.367 0 10
6 9 +3 ++ 40.716 – 1:16.247 0 8
7 4 -3 ++ 58.632 – 1:15.388 0 6
8 10 +2 ++ 1:00.374 – 1:16.136 0 4
9 17 +8 ++ 1 Runde – 1:15.979 0 2
10 14 +4 ++ 1 Runde – 1:16.949 0 1
11 15 +4 ++ 1 Runde – 1:16.704 0 0
12 18 +6 ++ 1 Runde – 1:16.341 0 0
13 19 +6 ++ 1 Runde – 1:16.995 0 0
14 16 +2 ++ 1 Runde – 1:16.774 0 0
15 20 +5 ++ 2 Runden – 1:17.091 0 0
16 12 -4 +Ausfall – 1:15.853 0 0
Ausgeschieden
RundeFahrer Start +/- Ausfallgrund Schnellste Runde Stopps
55 11 A Defekt 1:16.713 0
11 5 A Elektronikschaden 1:17.187 0
1 7 A Unfall – 0
1 13 A Unfall – 0
← 2017