Ein dramatisches und hoch kontroverses Qualifying am Red Bull Ring endete mit der Poleposition für George Russell im Mercedes. Die entscheidende Szene: ein Crash von Max Verstappen in der Schlussphase von Q3 und die Frage, ob Russell die daraus resultierenden gelben Flaggen ausreichend beachtet hatte.
Q1: Hülkenberg zittert sich durch
Bereits im ersten Qualifying-Abschnitt dominierten die Mercedes-Piloten. Kimi Antonelli setzte die Bestzeit und unterstrich damit die starke Form der Silberpfeile. Für mehrere Fahrer war die Session dagegen früh beendet: Carlos Sainz, Sergio Pérez, Fernando Alonso, Lance Stroll, Alexander Albon und Esteban Ocon schieden bereits in Q1 aus.
Nico Hülkenberg im Audi hatte es deutlich enger. Der Deutsche rettete sich als 15. gerade noch in Q2 und hielt damit die Hoffnungen von Audi auf einen Platz in den Top Ten am Leben.
Q2: Verstappen zittert, Russell patzt
In Q2 gab Mercedes weiter den Ton an. Erneut markierte Antonelli die Bestzeit, während Max Verstappen nach einer frühen Runde lange zittern musste und sich nur als Zehnter mit lediglich 0,040 Sekunden Vorsprung auf Pierre Gasly für Q3 qualifizierte.
Auch Russell hatte seine Probleme: Er kam beim ersten Versuch in Kurve 3 von der Strecke ab und konnte keine Zeit setzen. Auf dem gleichen Soft-Reifensatz war er Antonelli nicht näher als 0,315 Sekunden heran gekommen.
Für Hülkenberg und seinen Teamkollegen Gabriel Bortoleto wurde es nochmals eng. Beide Audi-Piloten waren zeitweise unter den Top Ten und brauchten saubere letzte Runden – die sie auch lieferten und damit die beiden Williams von Carlos Sainz und Alex Albon aus dem Qualifying kegelte. Am Ende blieb Hülkenberg in Q2 als 14. Klassierter hängen. Er wurde dabei vom Teamkollegen Bortoleto um über drei Zehntel abgehängt.
Q3: Chaos, Crash und eine kontroverse Pole
Der erste Versuch in Q3 hatte es bereits in sich. Verstappen brannte zwei lila Sektoren in den Asphalt und fuhr zur ersten Bestzeit, die jedoch von beiden Mercedes mit einem starken letzten Sektor noch einmal unterboten wurde: Antonelli übertrumpfte den Niederländer um 0,061 Sekunden, danach schob sich Russell noch dazwischen.
Im zweiten Versuch drehte Ferrari plötzlich auf: Hamilton schob sich um sechs Tausendstelsekunden auf Rang eins, bevor Teamkollege Leclerc noch einmal 0,059 Sekunden nachlegte. Ferrari schien die erste Startreihe sicher zu haben.
Dann überschlugen sich die Ereignisse: Verstappen flog in der vorletzten Kurve ab und rauschte in die Reifenstapel, was sofort gelbe Flaggen auslöste. Kimi Antonelli – nach dem ersten Versuch noch auf provisorischer Poleposition – brach seine letzte Runde daraufhin ab. Russell dagegen fuhr durch – und tauchte plötzlich auf Platz eins auf.
Die Kommissare leiteten eine Untersuchung wegen eines möglichen Gelbverstoßes ein, doch die Untersuchung wurde schnell ergebnislos abgeschlossen. Russell darf damit seine Pole behalten. „Zuerst habe ich gedacht, dass die Runden wegen gelb im Eimer sind\", räumte Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff hinterher ein.