Charles Leclerc hat im 1. Freien Training zum Großen Preis von Ungarn die Bestzeit gesetzt. Der Monegasse umrundete den Hungaroring in 1:19,075 und war damit mit deutlichem Abstand der Schnellste. Dahinter folgten Max Verstappen (+0,484) und Leclercs Teamkollege Lewis Hamilton (+0,543). Mit Isack Hadjar auf Rang vier platzierte Red Bull Racing beide Autos in den Top 4, George Russell war als Fünfter der bestplatzierte Mercedes-Pilot. Die Session war geprägt von gleich fünf Nachwuchsfahrern im Feld und einer roten Flagge: Lance Stroll drehte sich nach einem mutmaßlichen Aufhängungsschaden am umfangreich aufgerüsteten Aston Martin ab – für ihn war das Training damit vorzeitig beendet.
Ferrari vorn – aber nicht ohne Sorgenfalten
Ganz makellos verlief die Session für die Scuderia trotz Bestzeit nicht: Kurz vor dem Ende rollte Leclerc mit einem technischen Problem an die Box. Ferrari hielt sich zur Ursache bedeckt, bestätigte aber, dass das Auto für das zweite Training wieder einsatzbereit sein würde. Grundsätzlich passt der kurvenreiche Hungaroring gut zum SF-26: Ferrari rechnet sich in Budapest große Chancen auf den dritten Saisonsieg aus.
Erschwerend für alle Teams: Die Strecke war nach den trockenen und windigen Wochen in Ungarn ungewöhnlich staubig, was die Aussagekraft der Zeiten einschränkte.
Hülkenberg und Audi mit gelungenem Auftakt
Einen guten Start ins Wochenende erwischte Audi: Nico Hülkenberg, der weiterhin auf seine ersten WM-Punkte mit dem Team wartet, belegte Rang acht (+1,548). Teamkollege Gabriel Bortoleto überzeugte als starker Sechster (+1,285). Für die Ingolstädter ist das ein ermutigendes Zeichen, denn das Layout des Hungarorings sollte dem Audi R26 grundsätzlich entgegenkommen – und Ungarn ist die letzte Gelegenheit, vor der Sommerpause noch zu punkten.
Fünf Testfahrer im Einsatz
Das erste Training stand ganz im Zeichen des Nachwuchses. Jedes Team muss beide Autos zweimal pro Saison für eine Trainingssession an einen Nachwuchsfahrer abgeben – in Budapest nutzten gleich fünf Rennställe das FP1 dafür.
Bester Rookie war Frederik Vesti: Der Mercedes-Ersatzpilot übernahm das Auto von WM-Spitzenreiter Kimi Antonelli und schob sich als Siebter sogar zwischen die beiden Audi-Piloten. Bei McLaren saß Formel-2-Meister Leonardo Fornaroli für Oscar Piastri im Auto, und Paul Aron durfte nach seinen beiden Leih-Einsätzen für Audi erstmals in dieser Saison den Alpine von Franco Colapinto übernehmen. Ryo Hirakawa ersetzte im Haas Ollie Bearman, und IndyCar-Star Colton Herta, der an seiner Superlizenz für die Formel 1 arbeitet, fuhr den Cadillac von Valtteri Bottas. Hinter Fornaroli auf Platz 16 reihte sich Hirakawa als 17. ein, Aron wurde 19. und Herta beendete die Session als 20.
Rückschlag für Aston Martin
Mit Spannung erwartet wurde das Debüt des runderneuerten Aston Martin: Das Team brachte ein Paket mit 16 Neuerungen an den AMR26 nach Budapest – ein klarer Befreiungsschlag gegen die Formkrise, die die Mannschaft seit den Wintertests begleitet. Doch ausgerechnet jetzt schlug das Pech zu: Lance Stroll musste sein Auto ohne eigenen Fahrfehler abstellen – ein mutmaßlicher Aufhängungsschaden beförderte den Kanadier in einen Dreher, der die Session mit roter Flagge unterbrach. Immerhin gab es auch Positives: Fernando Alonso brachte die B-Version mit der 13.-schnellsten Zeit (1:21,550) ins Ziel und sorgte für einen vorsichtig vielversprechenden Einstand des neuen Pakets.
Weitere Randnotizen
McLaren testete im ersten Training erstmals einen drehbaren Heckflügel – ein ähnliches Konzept, wie es Ferrari und Red Bull Racing bereits am Auto hatten. Zudem beschäftigten sich die Rennkommissare nach der Session mit mehreren Vorfällen: Carlos Sainz erhielt eine Verwarnung, weil er Max Verstappen im Weg stand – in zwei weiteren Untersuchungen gab es keine Strafen.
Der Große Preis von Ungarn ist das letzte Rennen vor der vierwöchigen Sommerpause.