Lando Norris hat das dritte Freie Training zum Großen Preis von Ungarn gewonnen. Der McLaren-Pilot umrundete den Hungaroring in 1:17,939 und war der einzige Fahrer im Feld, der die 1:18er-Marke unterbot. Lewis Hamilton folgte im Ferrari mit 0,117 Sekunden Rückstand auf Rang zwei, Kimi Antonelli reihte sich im Mercedes nur zwölf Tausendstel dahinter auf Platz drei ein. Charles Leclerc (+0,352) und Oscar Piastri (+0,499) komplettierten die Top-Fünf. Nach einem klar von Ferrari dominierten Freitag war die Hackordnung an der Spitze damit wieder offen: Zwischen McLaren, Ferrari und Mercedes lagen in den Quali-Simulationen nur wenige Zehntel.
Veränderte Bedingungen gegenüber dem Freitag
Die Session fand bei Sonnenschein und rund 24,6 Grad Lufttemperatur statt, der Asphalt heizte sich auf etwa 49,2 Grad auf – deutlich mehr als am ersten Trainingstag. Zusätzlich hatte der Wind gedreht und blies in Kurve 1 nun von hinten. Auch an der Strecke selbst war gearbeitet worden: In Kurve 1 wurde der Asphalt abgeschliffen, weil die Autos zu stark aufsetzten, in der letzten Kurve vor Start und Ziel musste der Belag ausgebessert werden. Für Fahrer und Ingenieure bedeutete das eine komplett neue Ausgangslage bei der Abstimmung.
Rote Flagge nach rund 20 Minuten
Nach etwa 20 Minuten wurde die Session unterbrochen. Sergio Pérez stellte seinen Cadillac kurz nach dem Verlassen der Box in Kurve 2 ab, aus den hinteren Bremsen qualmte es kräftig. Der Mexikaner meldete am Funk einen plötzlichen Verlust des Antriebs und den Verdacht auf brennende Bremsen. Teamchef Graeme Lowdon vermutete in einer ersten Einschätzung ein Problem mit dem Brake-by-Wire-System. Für Cadillac ist das kein Einzelfall: Das Team hatte in dieser Saison bereits mehrfach mit Bremsproblemen zu kämpfen. Pérez kam über eine einzige Runde nicht hinaus. Nach knapp sechs Minuten Pause wurde das Training fortgesetzt.
Mercedes zwischen Fortschritt und Frust
Kimi Antonelli brauchte lange, um in den Rhythmus zu finden. Eine schnelle Runde wurde ihm wegen Überschreitens der Streckenlimits gestrichen, nach einem Ausflug in Kurve 4 fanden die Techniker zudem einen kleinen Aero-Schaden am Auto. Kurz vor Schluss setzte sich der WM-Führende dennoch an die Spitze, ehe ihn erst Hamilton und dann Norris wieder verdrängten. George Russell erwischte dagegen einen schwierigen Vormittag: Mehrere Verbremser und fehlende Pace kosteten Zeit, am Ende fehlten ihm auf Rang sechs über sechs Zehntelsekunden.
Red Bull ohne durchschlagenden Angriff
Max Verstappen wurde auf einer seiner schnellen Runden aufgehalten und kam nicht über Platz sieben hinaus (+0,717). Teamkollege Isack Hadjar folgte auf Rang acht. Bei den Racing Bulls lief es durchwachsen: Liam Lawson wurde Neunter, Arvid Lindblad verpasste den Großteil des Trainings. An seiner Antriebseinheit hatten die Techniker bereits beim Warmlaufenlassen auffällige Daten entdeckt, am Ende standen nur sechs Runden und Platz 13 zu Buche.
Hülkenberg bringt Audi in die Top-Ten
Nico Hülkenberg beendete das Abschlusstraining auf Rang zehn. Mit ebiner 1:19,160 fehlten dem Deutschen 1,221 Sekunden auf die Bestzeit. Mit 24 absolvierten Runden gehörte er zu den fleißigsten Fahrern im Feld und sammelte damit reichlich Daten für den Rest des Wochenendes. Teamkollege Gabriel Bortoleto folgte auf Platz elf – Audi brachte damit beide Autos direkt an die Top-Ten heran.
Weitere Auffälligkeiten
Als Erster auf der Strecke war Franco Colapinto, der seinen Alpine am Freitag noch neben die Piste gesetzt hatte und mit 30 Runden das umfangreichste Programm des Feldes abspulte. Bei Aston Martin war der am Freitag beschädigte Wagen von Lance Stroll rechtzeitig repariert und mit einer neuen Antriebseinheit sowie den gleichen Evo-Teilen wie das Auto von Fernando Alonso ausgerüstet worden. Für die Spitze reichte es dennoch nicht: Alonso wurde 17., Stroll 18. Das Williams-Duo Carlos Sainz und Alexander Albon fand sich auf den Rängen 20 und 21 wieder.
Fazit
Ferrari hat seinen Freitagsvorsprung im Abschlusstraining nicht bestätigen können. Mit Norris, Hamilton und Antonelli innerhalb von 0,129 Sekunden sowie Leclerc und Piastri in Schlagdistanz deutete das dritte Freie Training auf einen offenen Dreikampf um die Pole Position hin.