Norris gewinnt den letzten Grand Prix in Zandvoort – Verstappen crasht in Runde eins
Lando Norris hat den Großen Preis der Niederlande über 72 Runden gewonnen und sich in einem von Reifenstrategien und Stallorder-Diskussionen geprägten Rennen durchgesetzt. Nach Regenschauern startete das Feld auf weitgehend trockener Strecke, McLaren und Mercedes auf Medium, Ferrari und Red Bull auf Soft. Am Ende der ersten Runde verlor Max Verstappen von Rang sieben aus in der überhöhten Zielkurve die Kontrolle und schlug ein – das Rennen wurde mit Roter Flagge unterbrochen. Nach dem Neustart führte Kimi Antonelli, ehe Norris im letzten Renndrittel mit frischeren Reifen zurückschlug. Mercedes rettete die Ränge zwei und drei, Ferrari kam mit Lewis Hamilton und Charles Leclerc auf die Plätze vier und fünf. Fünf Fahrer erreichten das Ziel nicht.
Angepasstes Startprozedere
Weil zur Startzeit noch einzelne nasse Stellen auf dem Asphalt lagen, wurde die Aufwärmrunde aus Sicherheitsgründen hinter dem Safety-Car gefahren, anschließend erfolgte ein stehender Start. Polesetter Norris kam sauber weg, während George Russell aus der ersten Reihe schlecht startete, seine Linie gegen Oscar Piastri verteidigen musste und dabei die linke Fahrbahnseite öffnete – Antonelli nutzte die Lücke und übernahm Rang zwei. Leclerc gewann zwei Positionen und lag nach der ersten Runde auf Platz vier.
Rote Flagge nach dem Verstappen-Crash
In der Zielkurve kam Verstappen weit innen ins Rutschen und schlug mit hoher Geschwindigkeit erst links, dann rechts in die Begrenzung ein. Fast zeitgleich drehte sich Gabriel Bortoleto an gleicher Stelle um 360 Grad, konnte aber weiterfahren; Teamkollege Nico Hülkenberg vermied im Reifenqualm nur knapp eine Kollision. Das Rennen wurde unterbrochen, für die Bergung und Streckenreinigung war eine gute halbe Stunde nötig.
Neustart mit neuen Reifenkarten
Während der Rotphase durfte die Reifenmischung gewechselt werden: Norris nahm Soft, die Mercedes blieben auf Medium, Piastri stellte auf Hard um, Leclerc und Hamilton blieben auf Soft. Der stehende Neustart erfolgte erst nach einer zweiten Formationsrunde, weil Oliver Bearman auf der ersten Runde mit Verdacht auf Motorschaden zwischen Kurve 10 und 11 liegen blieb. Antonelli kam am besten von der Linie und entriss Norris die Führung, während Russell hinter Piastri und Leclerc zurückfiel.
Boxenstopps und Funkverkehr bei Ferrari
Russell eröffnete die erste Stoppphase in Runde 17, in Runde 22 folgten Antonelli, Norris, Leclerc und Lawson gemeinsam, sodass Hamilton kurzzeitig die Führung erbte. In Runde 34 ging Leclerc vor der Steilkurve an Piastri vorbei, eine Runde später zog auch Hamilton bei Start und Ziel am McLaren vorbei. Beim zweiten Stopp entwickelte sich bei Ferrari eine Kontroverse: Leclerc blieb entgegen der Anweisung zunächst draußen, kam erst in Runde 43 herein und verlor bei einem langsamen Boxenstopp zusätzlich Zeit – Hamilton machte seinem Ärger am Funk deutlich Luft.
Norris kontert, Mercedes greift ein
Norris stoppte erst in Runde 47 und hatte damit die deutlich frischeren Reifen. In Runde 53 nutzte er beim Anbremsen der ersten Kurve den Moment, in dem Antonelli innen an Hamilton vorbeiwollte, und ging außen am Mercedes vorbei; wenige Kurven später waren beide auch an Hamilton vorbei. Nach einer VSC-Phase infolge des Ocon-Ausfalls holte Mercedes Antonelli erneut zum Reifenwechsel, wodurch Russell auf Platz zwei rutschte – in Runde 66 ordnete das Team den Positionstausch an, den Russell ausführte. Hülkenberg fuhr als Achter vier Punkte für Audi F1 ein, Fernando Alonso kam als einziger Fahrer mit nur einem Boxenstopp aus. Eine späte VSC-Phase nach einer Berührung der beiden Williams sicherte Russell den dritten Platz ab. Alexander Albon wurde nach seinem Ausfall in Runde 66 noch als 17. gewertet, zuvor hatten Valtteri Bottas mit Hydraulikproblemen und Lance Stroll nach Aufgabe das Rennen beendet.
Abschied nach sechs Auflagen
Mit diesem Rennen verabschiedet sich die Formel 1 aus Zandvoort. Es war die sechste Auflage des Großen Preises der Niederlande in der modernen Ära auf dem 4,259 Kilometer langen Kurs in den Nordseedünen. Der zuletzt noch einmal um ein Jahr verlängerte Vertrag lief aus, die Entscheidung gegen eine Fortsetzung kam vom Veranstalter selbst, der den finanziellen Kraftakt nicht mehr stemmen wollte. Die Veranstaltung zog regelmäßig rund 300.000 Zuschauer an und war seit der Rückkehr 2021 stets ausverkauft. Zum Abschluss gab es in Zandvoort erstmals ein Sprintwochenende; ob der Kurs jemals in den Kalender zurückkehrt, ist offen.