Sensation in Monza: Gasly holt die erste Pole seiner Karriere
Pierre Gasly hat im Qualifying zum Großen Preis von Italien für die Überraschung des Wochenendes gesorgt: In 1:21,786 sicherte sich der Alpine-Pilot die erste Pole-Position seiner Formel-1-Karriere, 0,060 Sekunden vor George Russell. Kurz zuvor hatte der Internationale Berufungsgerichtshof der FIA dem Franzosen den dritten Platz beim Großen Preis von Monaco endgültig aberkannt – ausgerechnet in Monza, wo Gasly 2020 seinen bislang einzigen Grand-Prix-Sieg feierte, folgte die Antwort. Für zusätzliche Dramatik sorgten Lewis Hamiltons Einzug in Q3 um nur ein Tausendstel vor Gabriel Bortoleto und eine Serie von Strafen, die die Startaufstellung hinter der ersten Reihe kräftig umkrempelt.
Q1: Beide Aston Martin scheiden früh aus
Schon im ersten Segment gab es prominente Ausfälle. Fernando Alonso und Lance Stroll belegten als Schlusslichter des Feldes die Positionen 21 und 22 – für Aston Martin war das Qualifying damit früh beendet. Auch beide Cadillac blieben chancenlos: Valtteri Bottas und Sergio Pérez schieden auf den Rängen 19 und 20 aus. Alexander Albon verpasste als 18. den Sprung, ebenso Yuki Tsunoda, der als schnellster Ausgeschiedener 17. wurde.
Q2: Hamilton rettet sich um ein Tausendstel
Der zweite Abschnitt brachte die dramatischste Szene des Qualifyings: Lewis Hamilton zog als Zehnter um lediglich ein Tausendstel an Gabriel Bortoleto vorbei ins finale Segment ein. Der Audi-F1-Pilot blieb als Elfter auf der Strecke und verpasste Q3 damit denkbar knapp. Nico Hülkenberg schied im selben Abschnitt als 13. aus und musste sich seinem Teamkollegen Bortoleto geschlagen geben. Ebenso eng ging es weiter hinten zu: Carlos Sainz und Esteban Ocon trennte auf den Rängen 15 und 16 ebenfalls nur ein Tausendstel. Liam Lawson, der bei Red Bull den verletzten Isack Hadjar vertritt, wurde 14. und wurde auf seiner letzten Runde von Oscar Piastri behindert – ein Vorfall, der die Rennkommissare noch beschäftigen sollte.
Q3: Gasly setzt die Bestzeit auf der letzten Runde
Im entscheidenden Segment lag Gasly nach den ersten Versuchen nur auf Rang drei, ehe er sich mit seinem letzten fliegenden Versuch an Russell und Piastri vorbeischob. Russell verlor auf seiner finalen Runde im Verkehr hinter Max Verstappen Zeit und blieb 0,060 Sekunden zurück. Ferrari fand vor heimischem Publikum keine Antwort: Charles Leclerc und Hamilton belegten die Ränge vier und fünf, Verstappen wurde Sechster. Kimi Antonelli fuhr auf Position sieben, Franco Colapinto brachte den zweiten Alpine auf Rang acht. Lando Norris konnte sich zuletzt nicht mehr steigern und blieb Neunter, Arvid Lindblad komplettierte als Zehnter die Top Ten.
Strafen krempeln die Startaufstellung um
Hinter der ersten Reihe fällt die Startaufstellung deutlich anders aus als die Zeitenliste. Piastri erhielt für das Behindern von Lawson eine Strafversetzung um drei Plätze und rückt von drei auf sechs zurück. Davon profitieren Leclerc und Hamilton, die die zweite Reihe komplett in Rot besetzen, sowie Verstappen auf Startplatz fünf. Antonelli, Albon und Lawson müssen nach dem Wechsel von Antriebskomponenten jenseits der erlaubten Kontingente vom Ende des Feldes starten – für den WM-Führenden Antonelli bedeutete das eine Strafversetzung um 30 Positionen bei seinem Heimrennen.
Alpine als Gewinner des Nachmittags
Alpine war das auffälligste Team der Session: Gasly holte die erste Pole für den Rennstall unter diesem Namen, Colapinto brachte den zweiten Wagen in die Top Ten. Bei Racing Bulls erreichte Lindblad das finale Segment, während Teamkollege Tsunoda bereits in Q1 gescheitert war.