Ferrari-Drama, italienischer Jubel: Die Tifosi feiern Antonelli
Kimi Antonelli hat den Großen Preis von Italien nach einer der spektakulärsten Aufholjagden dieser Saison gewonnen und Mercedes zu einem Doppelsieg vor George Russell geführt. Das Rennen wurde bereits am Ende der zweiten Runde unterbrochen, nachdem Charles Leclerc seinen Ferrari in der Parabolica verloren hatte und schwer in die Reifenstapel eingeschlagen war. Nach dem stehenden Neustart drehte eine Virtual-Safety-Car-Phase das Rennen: Mercedes splittete die Strategie, holte nur Antonelli an die Box und legte damit den Grundstein für dessen Schlussoffensive. Max Verstappen komplettierte als Dritter das Podium, während Ferrari beim Heimspiel ohne Podestplatz blieb.
Ferrari-Drama schon in der ersten Kurve
Pierre Gasly behauptete von seiner ersten Karriere-Pole (1:21,786) zunächst die Führung, ehe George Russell vorbeizog. Dahinter kippte das Ferrari-Heimspiel binnen Sekunden: Am Ausgang der ersten Schikane ging Lewis Hamilton neben Teamkollege Leclerc der Platz aus, der siebenmalige Weltmeister musste durchs Kiesbett und fiel von Rang vier bis auf Position zehn zurück.
Rote Flagge nach Leclercs Einschlag
Am Ende der zweiten Runde verlor Leclerc seinen Ferrari in der schnellen Parabolica und schlug heftig in die Reifenstapel ein. Der Monegasse stieg unverletzt aus, die beschädigte Barriere zwang die Rennleitung jedoch zur Unterbrechung. Über eine halbe Stunde dauerte die Reparatur, bevor das Feld zum stehenden Neustart antrat – Russell vor Gasly und Franco Colapinto.
Antonellis Marsch durchs Feld
Antonelli war wegen eines Antriebswechsels trotz Startplatz sieben im Qualifying nur von Rang 19 losgefahren, dazu als Einziger der Spitzengruppe auf der harten Reifenmischung. Bereits vor der Unterbrechung hatte er sich weit nach vorne gearbeitet, nach dem stehenden Neustart lag er in den Top Ten und kämpfte kurz darauf um die Podestplätze. Zwischenzeitlich übernahm Verstappen die Führung, ehe ihn beide Silberpfeile überholten und Antonelli in Runde 18 erstmals an die Spitze fuhr.
Das Virtual Safety Car als Wendepunkt
Ein Hydraulikdefekt am Aston Martin von Lance Stroll löste eine VSC-Phase aus. Mercedes splittete die Strategie und holte nur Antonelli zum Boxenstopp, der wie Verstappen mit einer Standzeit von 2,7 Sekunden abgefertigt wurde. Russell blieb auf gebrauchten harten Reifen draußen. Für Aston Martin endete der Tag komplett ohne Zielankunft, auch Fernando Alonso schied mit einem Defekt aus.
Stallduell bis drei Runden vor Schluss
Auf frischeren Medium-Reifen schmolz Antonellis Rückstand rapide; nach einem ersten Angriff rutschte er sogar ins Kiesbett, fing den Wagen aber ab. In Runde 50 von 53 zog er endgültig vorbei. Dahinter sicherten Lando Norris und Oscar Piastri die Plätze vier und fünf, Hamilton wurde als bester Ferrari Sechster, Polesetter Gasly nur Siebter. Bei Red Bull vertrat erneut Liam Lawson den verletzten Isack Hadjar, während Ersatzfahrer Yuki Tsunoda im Racing Bull als Zehnter den letzten Punkt holte. Nico Hülkenberg kam als Zwölfter knapp hinter Audi-Teamkollege Gabriel Bortoleto ins Ziel und blieb damit ohne Zähler.