George Russell hat das erste Freie Training zum Großen Preis von Spanien auf dem neuen Madring mit 1:34,077 als Schnellster beendet und eine Mercedes-Doppelführung vor Kimi Antonelli angeführt. Charles Leclerc und Lewis Hamilton folgten auf den Plätzen drei und vier, wobei Hamilton seine Bestzeit auf der Medium-Mischung setzte, da ihm auf der Soft-Runde ein Verbremser unterlief. Die erste Stunde auf dem engen Kurs verlief ohne rote Flagge, dennoch sorgten ein Mauerkontakt von Fernando Alonso und ein Servolenkungsdefekt, der Yuki Tsunoda vorzeitig stoppte, für die auffälligsten Szenen. Zudem prägten gestrichene Rundenzeiten wegen Überschreitung der Streckenbegrenzung und frühes Graining an den Reifen die Session.
Vorsichtiges Herantasten an den Madring
Sobald die Ampel am Ende der Boxengasse auf Grün sprang, rollte fast das komplette Feld auf den 5,414 Kilometer langen Kurs mit seinen 22 Kurven. Franco Colapinto ließ sich dagegen etwas Zeit, bevor er seine ersten Runden drehte, und Sergio Pérez benötigte bei Cadillac bereits früh ein neues Lenkrad. Bis auf Gabriel Bortoleto, der auf der harten Mischung startete, gingen alle Piloten mit Medium-Reifen auf die Strecke. Da der neue Belag stetig Grip aufbaute, fielen die Rundenzeiten rasch.
Hamilton legt vor, Russell kontert
Lewis Hamilton fand am schnellsten seinen Rhythmus und stand zur Halbzeit mit 1:34,620 knapp vor Leclerc an der Spitze. Mit dem Wechsel auf die weichen Reifen drehte sich das Bild: Russell brach seinen ersten Versuch wegen Verkehrs ab, übernahm im dritten Anlauf aber die Führung und steigerte sich zum Abschluss auf 1:34,077. Antonelli, der sich zuvor in Kurve 13 in die Auslaufzone verbremst hatte, schob sich in der Schlussphase auf Rang zwei.
Ferrari ohne Fortschritt auf Soft
Die Scuderia konnte den Vorteil der weicheren Mischung nicht nutzen. Leclerc verbremste sich vor Kurve 17 und musste in die Auslaufzone ausweichen, Hamilton unterlief an derselben Stelle ein Fehler auf seiner schnellen Runde. Max Verstappen, der zwischenzeitlich mit Graining an den Medium-Reifen zu kämpfen hatte, reihte sich als Fünfter vor Lando Norris ein. Rookie Arvid Lindblad überzeugte bei den Racing Bulls als Siebter vor Oscar Piastri, der gegen Ende wegen eines losen Teils im Fußraum an die Box kam.
Ersatzfahrer und Heimhelden
Bei Red Bull sitzt erneut Liam Lawson für den am Handgelenk verletzten Isack Hadjar im Auto; der Neuseeländer beendete die Session als Zehnter. Yuki Tsunoda, der dafür Lawsons Cockpit bei den Racing Bulls übernimmt, musste seine Session gut 20 Minuten vor Schluss wegen eines Servolenkungsdefekts beenden. Nico Hülkenberg brachte seinen Audi als Neunter in die Top Ten und war damit schnellster Pilot seines Teams. Fernando Alonso streifte vor heimischem Publikum in Kurve 8 die Mauer, konnte aber ohne Probleme weiterfahren und wurde 15. Carlos Sainz absolvierte mit 30 Runden das größte Pensum aller Fahrer, kam im Williams aber nicht über Platz 17 hinaus.
Viele gestrichene Runden, keine Unterbrechung
Entgegen vieler Befürchtungen musste die Rennleitung die Session kein einziges Mal mit der roten Flagge unterbrechen. Umso häufiger griff sie bei den Track Limits durch: Allein in Kurve 5 zählte sie zwölf, in Kurve 17 neun Verstöße, die betroffenen Rundenzeiten wurden gestrichen. Bei Asphalttemperaturen von mehr als 50 Grad zeigten Medium und Soft schon nach wenigen Runden deutliches Graining, verstärkt durch die hohe Belastung in der Steilkurve La Monumental