WM-Spitzenreiter Kimi Antonelli hat das zweite Freie Training zum Großen Preis von Spanien auf dem neuen Madring gewonnen und damit auch die schnellste Runde des Tages markiert. Die Ferrari-Piloten Charles Leclerc und Lewis Hamilton folgten nur knapp dahinter, während Rookie Arvid Lindblad als Vierter überraschte, ehe er mit einem heftigen Einschlag in Kurve 13 die erste rote Flagge der Formel 1 in Madrid auslöste. Weltmeister Lando Norris kam wegen eines Getriebeschadens nur auf zwei Runden, George Russell musste sich nach seiner Bestzeit im ersten Training mit Rang fünf begnügen.
Antonelli legt auf Soft nach
Bei 52 Grad Asphalttemperatur gingen alle Fahrer zunächst mit der Medium-Mischung auf die Strecke. Antonelli fand sich sofort zurecht, auch wenn Max Verstappen und Russell zwischenzeitlich die Spitze übernahmen. Ärger gab es für den Mercedes-Piloten lediglich im Verkehr: Als Sergio Pérez ihm im Cadillac im Weg stand, machte der Italiener am Boxenfunk seinem Unmut Luft. Zur Halbzeit wechselte das Feld auf die weichen Reifen, und Antonelli stellte mit 1:33,662 die Bestmarke auf. Russell brach seinen ersten Versuch ab und konnte sich auch im zweiten Anlauf nicht mehr steigern.
Ferrari in Schlagdistanz
Leclerc verbesserte sich im zweiten Soft-Run auf Rang zwei, Hamilton komplettierte das Spitzentrio. Der Brite klagte über fehlenden Grip an der Vorderachse, kam einer Mauer bedrohlich nahe und stand zudem Yuki Tsunoda im Weg, bei dem er sich per Handzeichen entschuldigte. Verstappen landete als Sechster vor Oscar Piastri, der im McLaren nicht in den Kampf um die Spitze eingreifen konnte.
Lindblad glänzt – und schlägt ein
Die Überraschung des Nachmittags lieferte Arvid Lindblad. Der Racing-Bulls-Rookie war im ersten Sektor wiederholt der Schnellste und hatte sich auf Rang vier geschoben, als ihm beim folgenden Versuch in Kurve 13 das Heck wegbrach. Der 19-Jährige schlug seitlich in die Streckenbegrenzung ein, blieb aber unverletzt und entschuldigte sich umgehend beim Team. Teamkollege Tsunoda, der erneut Liam Lawson vertritt, wurde Achter. Lawson selbst ersetzt weiterhin den verletzten Isack Hadjar bei Red Bull und belegte Rang zehn.
Rückschläge für Norris und Aston Martin
Für Norris war der Nachmittag früh gelaufen. Nach zwei Runden meldete er ungewöhnliche Schaltvorgänge, stieg in der Garage aus und verpasste wegen eines Getriebewechsels den Rest der Session. Fernando Alonso verlor ebenfalls Zeit, weil ein Kupplungsproblem aus den Probestarts im ersten Training seinen Einsatz um rund 25 Minuten verzögerte. Teamkollege Lance Stroll wurde gegen Ende wegen eines Problems an die Box beordert. Gabriel Bortoleto klagte über ein kaum beherrschbares Auto und kam zur Anpassung des Frontflügels herein. Nico Hülkenberg belegte im Audi mit 22 Runden Rang zwölf und lag damit knapp vor seinem Teamkollegen.
Kaum Zeit für Longruns
Nach der Unterbrechung blieb knapp eine Viertelstunde. Die meisten Teams nutzten sie für Rennsimulationen auf Medium, Verstappen ging dagegen auf Soft hinaus und bemängelte eine schwergängige Lenkung. Piastri musste in Kurve 7 hinter einer blinden Kuppe in die Auslaufzone ausweichen, auch Leclerc rutschte an derselben Stelle von der Strecke. Kurz vor Schluss verschwand Lawson mit einem Problem in der Garage. Belastbare Daten zum Reifenverhalten im Rennen blieben damit Mangelware – selbst Mercedes konnte nach eigener Aussage keinen vollständigen Longrun absolvieren.