Antonelli gewinnt die Madring-Premiere – Norris verliert den Sieg in der Box
Kimi Antonelli hat den ersten Grand Prix auf dem neuen Madring in Madrid gewonnen und damit seinen achten Saisonsieg eingefahren. Polesetter Lando Norris kontrollierte die Anfangsphase souverän, verlor die Führung aber durch ein virtuelles Safety-Car in Runde 15 und einen anschließend verschleppten Boxenstopp. Für die weiteren Schlüsselszenen sorgten eine zurückgegebene Position von Max Verstappen in der Startphase, der frühe Bremsdefekt von Lewis Hamilton und Charles Leclercs extrem langer Stint auf der harten Reifenmischung. Am Ende lagen die ersten drei innerhalb von rund fünf Sekunden, weil Norris den Angriff auf Verstappen trotz besserer Pace nicht zu Ende bringen konnte.
Turbulenter Start ohne den befürchteten Knall
Norris verwandelte seine Pole aus 1:31,824 in eine saubere erste Kurve, dahinter ging es umso unruhiger zu. Antonelli lag nach einer abgekürzten Kurve 1 kurzzeitig vorn und gab die Position zurück, Verstappen musste nach einem Manöver abseits der Strecke einen Platz an Hamilton abtreten – und wurde dabei prompt von Antonelli kassiert. Oscar Piastri erwischte einen schwachen Start und beschädigte im Gedränge mit George Russell das Endplate seines Frontflügels.
Hamiltons Aus und das entscheidende VSC
Nach Mauerkontakt meldete Hamilton Bremsprobleme, verlor Position um Position und stellte den Ferrari bereits in Runde sechs ab – sein erster Ausfall der Saison. Kurz darauf blieb Lance Stroll in Kurve 20 stehen und löste das virtuelle Safety-Car aus. Antonelli, Verstappen und Russell wechselten die Reifen zum Nulltarif, während Norris die Boxeneinfahrt gerade passiert hatte, eine Runde später unter Grün stoppen musste und dabei auch noch rund sieben Sekunden stand. Aus der Führung wurde Platz fünf.
Leclercs Poker und Russells Funkfrust
Ferrari hatte Leclerc auf Hard gestartet und ließ ihn bis Runde 49 draußen, sodass der Monegasse lange auf der Strecke führte. Nach dem Wechsel auf Soft reihte er sich als Vierter vor Russell ein. Der Brite wurde in Runde 29 auf eine Zweistoppstrategie gezogen, obwohl der harte Reifen deutlich haltbarer war als erwartet – am Funk äußerte er mehrfach seinen Unmut. Immerhin gelang ihm mit 1:35,587 die schnellste Rennrunde.
Norris' Aufholjagd ohne Belohnung
Ab Runde 43 hing Norris innerhalb einer Sekunde hinter Verstappen, doch Überholen war auf dem engen, von Mauern umgebenen Kurs kaum möglich. Ein Verbremser kurz vor Schluss kostete den Anschluss, in der Schlussrunde monierte Norris zudem, Verstappen habe im Verkehr in Kurve 5 die Strecke verlassen. Die Rennkommissare sahen keinen Anlass für eine Untersuchung. Antonelli touchierte in Kurve 7 selbst noch die Mauer, blieb aber ohne Schaden und brachte den Sieg nach Hause.
Lawson im Red Bull, Hülkenberg in den Punkten
Liam Lawson ersetzte zum dritten Mal in Folge den am Handgelenk verletzten Isack Hadjar im Red Bull und fuhr als Sechster das beste Ergebnis hinter den Topteams ein. Sein Racing-Bulls-Cockpit übernahm erneut Reserve- und Testfahrer Yuki Tsunoda, der als 14. ohne Punkte blieb. Nico Hülkenberg holte im Audi als Zehnter den letzten WM-Punkt, nachdem ihn ein früher Boxenstopp unter dem virtuellen Safety-Car vor Esteban Ocon gespült hatte. Franco Colapinto überzeugte als Siebter, Piastri kam nach seinem verkorksten Rennen noch auf Rang acht, und Arvid Lindblad sammelte als Neunter Punkte, obwohl er nach seinem schweren Trainingsunfall mit einem neuen Chassis antreten musste. Neben Hamilton und Stroll fielen auch Sergio Pérez und Lokalmatador Carlos Sainz aus.