George Russell hat sich im Qualifying zum Großen Preis von Aserbaidschan mit einer außergewöhnlichen Runde die Pole-Position gesichert und Charles Leclerc um mehr als acht Zehntelsekunden distanziert. Oscar Piastri verpasste die erste Startreihe um eine einzige Tausendstelsekunde. Für den größten Paukenschlag sorgte WM-Spitzenreiter Kimi Antonelli: Der Italiener berührte in Q1 die Mauer in Kurve 1, beschädigte die Radaufhängung und startet nur von Rang 16. Max Verstappen wurde auf seiner letzten schnellen Runde von einer Gelben Flagge eingebremst und kam nicht über Platz acht hinaus.
Q1: Antonelli verliert den Kampf mit der Mauer
Nach kurzer Verzögerung ging es auf dem warmen und böigen Stadtkurs los. Lance Stroll löste mit einem Verbremser früh die erste Gelbe Flagge aus, blieb aber ohne Mauerkontakt. Härter traf es Antonelli, der in Kurve 1 innen anschlug. Der Schaden an der Aufhängung war zu groß, um ihn noch in der Session zu reparieren. Russell übernahm mit seinem letzten Versuch die Spitze. Im Kampf gegen das Ausscheiden rettete sich Oliver Bearman mit einer starken Runde und drängte beide Audi trotz umfangreicher Updates in die Eliminierungszone. Nico Hülkenberg landete mit 1:45,920 auf Rang 18, knapp hinter Teamkollege Gabriel Bortoleto.
Q2: Racing Bulls bleiben hängen
Russell setzte erneut die Bestmarke, Isack Hadjar blieb bei seinem ersten Qualifying seit dem Großen Preis von Ungarn in Schlagdistanz. Pierre Gasly profitierte vom Windschatten seines Teamkollegen Franco Colapinto. Liam Lawson und Arvid Lindblad, der sich mehrere Fahrfehler leistete, schieden aus. Alexander Albon ärgerte sich über fehlende Windschattenhilfe durch Carlos Sainz und musste sich mit Rang 13 begnügen. Bearman verpasste Q3 als Elfter knapp. Antonelli war dank seiner früheren Zeit formal in Q2, konnte aber nicht mehr eingreifen.
Q3: Russell in einer eigenen Liga
Nach dem ersten Run lag McLaren vorn: Norris setzte die Richtzeit, dann holte sich Piastri mit Windschatten die provisorische Pole. Russell antwortete mit einer fehlerfreien Runde und legte im finalen Versuch noch einmal nach. Mit 1:42,526 holte er seine fünfte Pole der Saison. Leclerc schob sich hauchdünn vor Piastri auf Rang zwei, Hadjar wurde Vierter.
Rückschläge für Verstappen und Norris
Verstappen hatte schon früh über starkes Aufsetzen an der Front geklagt. Im entscheidenden Moment musste er wegen Gelb vom Gas gehen und wurde nur Achter hinter Hamilton und Gasly. Norris verlor auf seiner letzten Runde durch einen Verbremser Zeit und wurde Fünfter. Sainz und Colapinto, der keine repräsentative Runde zustande brachte, komplettierten die Top Ten.
Aston Martin muss ans Ende
Fernando Alonso rettete sich nach einem heftigen Verbremser in die Auslaufzone. Für das Grid spielt das keine Rolle mehr: Aston Martin hat neue Komponenten der Antriebseinheit verbaut, deshalb starten Alonso und Stroll aus der letzten Reihe. Die Cadillac-Piloten Sergio Pérez und Valtteri Bottas rücken so auf die Plätze 19 und 20 vor. Russell kann nun Boden auf Antonelli gutmachen, der mit 81 Punkten Vorsprung ins Rennen geht.
Strafen verändern die Startaufstellung
Nach dem Qualifying mussten die Stewards noch zweimal eingreifen. Carlos Sainz hatte Williams erstmals in dieser Saison in Q3 gebracht, verlor seinen neunten Platz aber am grünen Tisch. Die Telemetrie zeigte, dass der Spanier bei Gelber Flagge nicht ausreichend vom Gas gegangen war. Die Folge ist eine Rückversetzung um fünf Positionen auf Rang 14. Davon profitiert unter anderem Oliver Bearman, der nun doch aus den Top Ten ins Rennen geht. Auch Sergio Pérez wurde bestraft: Der Cadillac-Pilot hatte Oscar Piastri in Q1 auf dessen schneller Runde in der Schlusspassage behindert und wird um drei Plätze zurückversetzt. Am Ende des Feldes stehen ohnehin die beiden Aston Martin, denn Fernando Alonso und Lance Stroll haben neue Komponenten der Antriebseinheit eingesetzt. Vorne ist die Ausgangslage dagegen klar: Russell geht von der Pole ins Rennen und kann den Rückstand von 81 Punkten auf WM-Spitzenreiter Antonelli verkürzen, der nur von Rang 16 startet.