George Russell hat sich im einzigen freien Training zum Großen Preis von Singapur die Bestzeit gesichert. Der Mercedes-Pilot setzte sich in der Schlussphase auf der weichen Reifenmischung vor Charles Leclerc und Lando Norris durch, während WM-Spitzenreiter Kimi Antonelli nach einem Ausflug in den Notausgang nur Siebter wurde. Für die einzige längere Unterbrechung sorgte ein Audi-Defekt, der eine virtuelle Safety-Car-Phase auslöste. Dazu kamen zahlreiche Verbremser und gestrichene Runden auf dem staubigen Stadtkurs.
Eine Stunde für das ganze Wochenende
Erstmals wird in Singapur im Sprint-Format gefahren, den Teams blieb deshalb nur eine einzige Trainingsstunde für die Abstimmung. Sie fand zudem bei Tageslicht und über 50 Grad Asphalttemperatur statt, also unter anderen Bedingungen als die Flutlicht-Sessions. Entsprechend groß war der Andrang: Fast das gesamte Feld spulte sein Programm zunächst auf der harten Reifenmischung ab. Max Verstappen setzte die erste Richtmarke, ehe Leclerc, Russell und Norris sich an der Spitze abwechselten.
Staubige Piste, viele Ausrutscher
Der Marina Bay Street Circuit bot anfangs wenig Grip. Vor allem Kurve 11 wurde zur Falle: Carlos Sainz, Fernando Alonso, Esteban Ocon und Lewis Hamilton verpassten dort den Scheitelpunkt. Mehrere Rundenzeiten wurden wegen Verstößen gegen die Track Limits gestrichen, darunter zwei von Antonelli in Folge. Lance Stroll klagte am Funk über nachlassende Bremsen, Isack Hadjar über starkes Aufsetzen seines Red Bull.
Mercedes fährt zweigleisig
Mercedes nutzte die Stunde für einen Vergleichstest: Antonelli fuhr den neuen Frontflügel, Russell die ältere Spezifikation. Auf den harten Reifen lag der Italiener vorn, die beiden Silberpfeile trennte nur gut ein halbes Zehntel. Auch Red Bull testete an Hadjars Auto eine überarbeitete Frontflügel-Variante.
Virtuelles Safety-Car nach Audi-Defekt
Rund 20 Minuten vor Schluss rollte Nico Hülkenberg mit einem Getriebeproblem im Bereich der Boxengasse aus und löste damit eine virtuelle Safety-Car-Phase aus. Für den Audi-Piloten war das Training nach nur 16 Runden beendet, mit 1:34,884 blieb ihm Platz 18.
Russell kontert im Schlussspurt
In der letzten Viertelstunde wechselten die meisten Fahrer für Qualifying-Simulationen auf Soft oder Medium. Russell übernahm sofort die Spitze, Hamilton verdrängte ihn kurzzeitig, doch der Brite konterte mit 1:32,274. Leclerc schob sich mit seiner letzten Runde noch an Norris vorbei auf Rang zwei, dahinter folgten Hamilton und Oscar Piastri. Verstappen wurde als schnellster Fahrer auf Medium Sechster. Antonelli, ebenfalls auf Medium unterwegs, musste auf seiner letzten schnellen Runde im Verkehr in den Notausgang ausweichen. Russells Bestzeit hat allerdings einen Haken: Wegen eines Motorwechsels muss er am Sonntag vom Ende des Feldes starten.