Max Verstappen hat sich im Sprint Shootout von Singapur mit einer Runde in 1:31,156 die Pole Position für den ersten Sprint auf dem Marina Bay Street Circuit gesichert. Der Red-Bull-Pilot verwies George Russell im Mercedes und Charles Leclerc im Ferrari auf die Plätze zwei und drei. Geprägt war die Session von einem Unfall von Sergio Pérez mit anschließender roter Flagge, einer Panne der Zeitnahme und einer Untersuchung gegen Verstappen wegen Überholens unter Gelb. Die Rennkommissare verzichteten auf eine Strafe, der Niederländer behält den ersten Startplatz.
Hektik schon vor dem Start
Bei Red Bull wurde bis kurz vor Beginn am Auto von Verstappen gearbeitet: Wegen eines vermuteten Defekts tauschte das Team vorsorglich eine Komponente des Energierückgewinnungssystems. Mercedes baute nach dem Training den neuen Frontflügel am Auto von Kimi Antonelli wieder zurück, während Russell ohnehin mit der älteren Spezifikation fuhr.
SQ1: Pérez löst rote Flagge aus
Der erste Abschnitt auf der Medium-Reifenmischung war erst wenige Minuten alt, als Pérez mit der Front seines Cadillac in die Streckenbegrenzung rutschte. Auf dem Rückweg zur Box verlor er den Frontflügel, die Trümmerteile sorgten für den Abbruch. In der Gelbphase zuvor ging Verstappen an Lewis Hamilton vorbei, was der Ferrari-Pilot umgehend am Funk meldete. Nach dem Neustart blieben gut sechs Minuten. Verstappen setzte mit 1:33,477 die Bestzeit. Ausgeschieden sind Arvid Lindblad, Lance Stroll, Alexander Albon, Pérez, Valtteri Bottas und Carlos Sainz, womit beide Williams und beide Cadillac früh draußen waren.
Zeitnahme-Panne verzögert SQ2
Der zweite Abschnitt begann verspätet, weil einzelne Rundenzeiten nicht erfasst worden waren. Erst nach der Korrektur stand das Ergebnis von SQ1 fest. Die FIA räumte zudem einen davon unabhängigen menschlichen Fehler in der Rennleitung ein, durch den im ersten Abschnitt nicht alle Autos auf ihren letzten Runden die volle Leistung abrufen konnten.
SQ2: Ferrari vorn, Russell zittert
Pierre Gasly touchierte beim Herausfahren aus der Garage die Boxenmauer, konnte nach einer kurzen Kontrolle aber fahren. An der Spitze übernahm Ferrari mit Leclerc vor Hamilton das Kommando. Russell brach seine erste schnelle Runde nach einem Verbremser ab und rutschte auf Rang elf zurück, rettete sich aber im letzten Versuch und verdrängte damit Franco Colapinto aus den Top 10. Nico Hülkenberg belegte im Audi mit 1:33,420 Platz zwölf, drei Tausendstel vor Oliver Bearman und zwei Positionen vor Teamkollege Gabriel Bortoleto. Fernando Alonso und Esteban Ocon schieden ebenfalls aus.
SQ3: Ein Schuss genügt
Auf der Soft-Mischung legte Lando Norris vor, ehe Leclerc die Spitze übernahm. Hamilton verlor nach starkem Beginn im letzten Sektor viel Zeit. Verstappen kam spät auf die Strecke, fuhr nur eine schnelle Runde und holte sich mit Bestwerten im ersten und dritten Sektor die Pole. Russell schob sich noch auf Rang zwei, dahinter folgen Leclerc, Oscar Piastri, Norris und Hamilton. WM-Spitzenreiter Antonelli wurde Siebter vor Liam Lawson. Isack Hadjar und Gasly blieben ohne gewertete Zeit, weil ihre Runden wegen Missachtung der Streckenbegrenzung gestrichen wurden.
Keine Strafe für den Polesetter
Nach der Session musste Verstappen zu den Rennkommissaren. Diese stellten zwar einen Verstoß gegen die Gelbregel fest, erkannten aber an, dass er vom Gas gegangen war und das Tempo reduziert hatte. Es blieb ohne weitere Konsequenzen.