Charles Leclerc hat auch das zweite Freie Training zum Großen Preis der USA gewonnen und war damit in beiden Freitagssessions am Circuit of the Americas der Schnellste. Der Ferrari-Pilot verwies WM-Spitzenreiter Kimi Antonelli, der zu Beginn wegen eines losen Sitzes lange in der Box stand, um nur 42 Tausendstel auf Rang zwei, Max Verstappen wurde Dritter. Für Diskussionen sorgte ein Zwischenfall zwischen Leclerc und George Russell, der dem Mercedes-Piloten die schwarz-weiße Flagge einbrachte. Zahlreiche gestrichene Rundenzeiten in den Kurven 19 und 20 und ein weiterer schwieriger Nachmittag für Williams rundeten die Session ab.
Verstappen setzt die erste Marke
Bei rund 30 Grad Luft- und 43 Grad Asphalttemperatur gingen die meisten Teams auf der mittelharten Reifenmischung auf die Strecke, während Ferrari, McLaren und Aston Martin mit den harten Reifen begannen. Verstappen fuhr früh die erste Bestzeit, nachdem es gleich zu Beginn in Kurve 1 ein Missverständnis zwischen ihm und Liam Lawson gegeben hatte. Teamkollege Isack Hadjar musste kurz an die Box, weil sich sein Visier nicht vollständig schließen ließ.
Sitzprobleme bei Antonelli
Antonelli meldete über Funk, dass sich sein Sitz über die Bodenwellen stark bewege. Die Mercedes-Mechaniker arbeiteten knapp zehn Minuten am Fahrzeug, danach schob sich der Italiener sofort auf den dritten Platz. Zuvor war ihm, ebenso wie Lewis Hamilton, Oscar Piastri und Hadjar, die erste gezeitete Runde wegen Überschreitung der Track Limits aberkannt worden.
Aufregung zwischen Russell und Leclerc
Russell überholte den langsam fahrenden Leclerc vor Kurve 16, nahm danach jedoch selbst Tempo heraus. Als der Monegasse vor Kurve 18 vorbeiziehen wollte, drängte ihn der Mercedes neben die Strecke. Russell erhielt die schwarz-weiße Flagge, die Rennkommissare sahen von weiteren Schritten ab. Leclerc musste zudem eine Runde abbrechen, weil ihm Lawson in Kurve 7 im Weg stand.
Soft-Runden bringen die Entscheidung
Nach rund einer halben Stunde wechselten die Topteams auf die weiche Mischung. Leclerc, dessen Ferrari mit neuem Unterboden, überarbeiteten Seitenkästen und neuem Diffusor unterwegs war, setzte mit 1:35,291 die Bestzeit und war im dritten Sektor unschlagbar. Antonelli war im Mittelsektor der Schnellste, verlor im Schlussabschnitt aber fast drei Zehntel. Verstappen glänzte im ersten Sektor und wurde Dritter vor Hamilton, der deutlich mehr als eine halbe Sekunde auf seinen Teamkollegen verlor.
Dreher-Momente bei Norris und Russell
Russell musste eine schnelle Runde nach einem heftigen Übersteuern in Kurve 5 abbrechen und landete auf Rang fünf. Lando Norris lag im Mittelsektor auf Bestzeitkurs, verlor jedoch beim Einlenken in Kurve 16 das Heck und rutschte in die asphaltierte Auslaufzone. Die McLaren-Piloten belegten am Ende die Plätze sieben und acht hinter Lawson.
Williams und Cadillac am Ende
Carlos Sainz klagte am Funk über fehlendes Vertrauen in die Hinterachse, Alexander Albon kämpfte mit ähnlichen Problemen und beendete die Session mit über acht Sekunden Rückstand als Letzter. Bei Cadillac saß Sergio Pérez wieder im Auto, nachdem Testfahrer Colton Herta seinen Wagen im ersten Training übernommen hatte.
Mittelfeld und Long Runs
Gabriel Bortoleto war als Elfter bester Audi-Pilot, Nico Hülkenberg kam nach 26 Runden nur auf Platz 18. In den letzten 20 Minuten konzentrierten sich die Teams auf Longruns, bei denen das Rutschen auf dem griffarmen Asphalt für deutlichen Reifenverschleiß sorgte.