Lewis Hamilton hat im dritten freien Training zum Großen Preis der USA die Bestzeit gesetzt und Ferrari damit in allen drei Trainingssitzungen am Circuit of The Americas an die Spitze gebracht. Max Verstappen klagte über die Schaltvorgänge seines Red Bull, schob sich aber dennoch auf Rang zwei. Charles Leclerc büßte eine potenziell schnellere Runde wegen Überschreitung der Streckenbegrenzung ein und wurde Dritter. Auch Kimi Antonelli und Lando Norris wurden ihre schnellsten Umläufe gestrichen.
Verhaltener Auftakt mit Messprogramm
Zunächst trauten sich nur wenige Piloten auf die Strecke: Gabriel Bortoleto, Pierre Gasly und Valtteri Bottas drehten die ersten Runden, erst nach mehr als zehn Minuten kam Bewegung ins Feld – Hamilton fuhr als erster Spitzenpilot hinaus. Bei Ferrari stand anfangs die Datensammlung im Vordergrund, Hamiltons SF-26 trug Flow-Vis-Farbe am linken Seitenkasten. Trotz eines Rutschers im ersten Sektor fuhr der Brite mit violetten Sektorzeiten in den beiden folgenden Abschnitten die erste Referenzzeit.
Leclerc auf Medium, Hamilton kontert auf Soft
Hamilton wechselte auf die weiche Reifenmischung und steigerte sich auf 1:35,561, doch Leclerc übernahm zur Halbzeit mit 1:35,127 auf Medium-Reifen die Spitze. Damit war der Monegasse schneller als bei seiner Bestzeit im zweiten Training. Antonelli schob sich auf Soft zwischenzeitlich zwischen die beiden Ferrari, seine Runde hatte jedoch keinen Bestand.
Verstappen hadert – und schlägt dennoch zu
Verstappen brach einen Push-Lap ab, kehrte an die Box zurück und erhielt einen neuen Frontflügel. Mit frischen Soft-Reifen und einem sehr starken ersten Sektor fuhr er 1:35,061 – doch kurz darauf durchbrach Hamilton mit 1:34,893 als Erster die 1:35er-Marke. Leclercs anschließender Angriff war zwar minimal schneller als Hamiltons Zeit, wurde aber annulliert.
Track Limits bleiben das Dauerthema
Nachdem am Freitag 207 Runden gestrichen worden waren, hatte Rennleiter Rui Marques die Streckenbegrenzung an mehreren Kurven gelockert. Geholfen hat das nur bedingt: Leclerc, Antonelli und Norris verloren ihre besten Zeiten. George Russell ruinierte sich eine Runde mit einem Ausflug in Kurve 20, zudem wurde es in Kurve 14 zwischen Russell, Nico Hülkenberg und Esteban Ocon eng.
Mercedes lauert, McLaren sucht die Balance
Antonelli, der an diesem Wochenende seinen ersten WM-Titel perfekt machen kann, wurde Vierter vor Teamkollege Russell. McLaren kämpfte weiter mit einem schwer berechenbaren Fahrverhalten: Oscar Piastri landete auf Rang sechs, Norris nur auf Platz acht. Dazwischen schob sich Nico Hülkenberg, der seinen Audi in 19 Runden auf Position sieben fuhr und damit vor beiden McLaren-Piloten den Rang als Bester außerhalb der Top-Teams beanspruchte – allerdings noch hinter Piastri.
Dichtes Mittelfeld, Cadillac am Ende
Gasly spulte als Neunter mit 24 Runden ein umfangreiches Programm ab, Isack Hadjar und Liam Lawson trennte auf den Plätzen zehn und elf gerade einmal eine Tausendstelsekunde. Arvid Lindblad, Bortoleto und Oliver Bearman folgten dicht dahinter. Williams fand mit Alexander Albon und Carlos Sainz nicht in Tritt, Cadillac bildete das Schlusslicht – wobei Sergio Pérez mit 25 Runden das größte Pensum des Feldes absolvierte.