Charles Leclerc hat das erste Freie Training zum Großen Preis von Mexiko mit klarem Vorsprung für sich entschieden und WM-Spitzenreiter Kimi Antonelli um mehr als sechs Zehntelsekunden distanziert. Für die Überraschung des Auftakts sorgte Frederik Vesti, der im Mercedes von George Russell auf Anhieb Rang drei belegte. Weil zehn der elf Teams Nachwuchsfahrer einsetzten, verlief die Session unruhig: Es gab zahlreiche Ausritte, eine Virtuelle-Safety-Car-Phase nach dem Ausfall von Jak Crawford und einen kuriosen Zwischenfall bei Audi. Colton Herta sicherte sich mit 30 Runden im Cadillac die noch fehlende Superlizenz.
Ferrari setzt die Bestmarke
Ferrari war das einzige Team, das in Stammbesetzung antrat, und nutzte das sofort. Leclerc fuhr auf der harten Reifenmischung mit 1:19,197 als Erster unter die 1:20er-Marke. Kurz nach Halbzeit legte er seinen ersten Versuch auf Soft hin und kam auf 1:18,128. Diese Runde mit Bestwerten in allen drei Sektoren hatte bis zur Zielflagge Bestand. Damit war der Monegasse trotz des neuen Reglements schneller als bei seiner Freitagsbestzeit des Vorjahres. Lewis Hamilton lag zwischenzeitlich auf Hard an der Spitze, rutschte in einer schnellen Kurve über die Randsteine und wurde am Ende Vierter.
Mercedes mit Licht und Schatten
Antonelli kann an diesem Wochenende vorzeitig Weltmeister werden, er verlor aber vor allem im motorlastigen ersten Sektor und in den langsamen Kurven des Schlussabschnitts Zeit. Rund 40 Minuten vor Schluss fing er einen heftigen Übersteuer-Moment nur knapp vor der Mauer ab. Vesti blieb lediglich 0,074 Sekunden hinter seinem Teamkollegen und ließ Hamilton hinter sich.
Zehn Nachwuchsfahrer im Einsatz
Ayumu Iwasa brachte den Red Bull von Max Verstappen auf Platz fünf. Nikola Tsolov übernahm bei den Racing Bulls das Cockpit von Liam Lawson und musste kurz an die Box, weil ihm wegen der Sitzposition das rechte Bein eingeschlafen war. Trotzdem wurde er Zwölfter, knapp hinter Teamkollege Arvid Lindblad auf Rang zehn. Gabriele Minì (für Franco Colapinto) kam auf Platz 14, Ryō Hirakawa (für Esteban Ocon) auf Platz 15. Leonardo Fornaroli wurde im McLaren von Weltmeister Lando Norris nach mehreren Ausflügen ins Gras 17. Luke Browning spulte für Alex Albon 33 Runden ab, so viele wie kein anderer außer Pierre Gasly. Herta ersetzte Valtteri Bottas und war zwar Letzter, erfüllte aber sein Pensum für die Superlizenz.
Kurioses Missgeschick bei Audi
Freddie Slater musste direkt nach dem Verlassen der Box wieder hereinkommen, weil noch ein Kühlgebläse im Seitenkasten seines Audi steckte. Die Rennkommissare untersuchten eine mögliche unsichere Freigabe. Am Ende standen für den Ersatz von Gabriel Bortoleto nur 14 Runden und Platz 21 zu Buche. Nico Hülkenberg lag zwischenzeitlich auf Rang zwei und wurde am Ende 13., ohne die weiche Mischung genutzt zu haben.
Technische Sorgen und Virtuelles Safety-Car
Isack Hadjar meldete früh per Funk einen Leistungsverlust an seiner Power Unit und stand lange in der Garage. Er kam trotzdem noch auf Platz elf. Für Crawford, der für Lance Stroll im Aston Martin saß, war nach 15 Runden Schluss: Ein vermuteter Defekt am Energierückgewinnungssystem zwang ihn, in der Auslaufzone von Kurve 1 anzuhalten. Rund zwölf Minuten vor dem Ende wurde dafür das Virtuelle Safety-Car ausgerufen. Oliver Bearman wurde Neunter, seine Session endete jedoch mit einer Rauchwolke in der Boxengasse.
Staubige Strecke fordert das Feld
Die anfangs grifflose Piste bei 41 Grad Asphalttemperatur brachte viele Fahrer in Schwierigkeiten. Oscar Piastri kürzte in Kurve 1 über das Gras ab und wurde Achter. Lokalmatador Sergio Pérez hatte im Stadionbereich einen Rutscher und landete auf Platz 18. Gasly und Fernando Alonso komplettierten auf den Rängen sechs und sieben die vordere Hälfte. Im zweiten Training kehren alle Stammfahrer zurück, dann wird sich zeigen, wie überragend Ferraris Vorsprung ist.