Charles Leclerc hat auch das zweite Freie Training zum Großen Preis von Mexiko gewonnen und damit wie schon in Austin beide Freitagssessions angeführt. Mit 1:17,827 lag der Ferrari-Pilot knapp vor Lando Norris und George Russell, Kimi Antonelli wurde Vierter. Für die meisten Schlagzeilen sorgten aber andere: Max Verstappen und Liam Lawson kollidierten im Stadion-Abschnitt, was eine Rote Flagge und für beide eine Startplatzstrafe nach sich zog. Lewis Hamilton stellte seinen Ferrari mit Leistungsverlust ab und löste damit eine virtuelle Safety-Car-Phase aus.
Leclerc braucht zwei Anläufe
Leclerc lag schon in der Anfangsphase auf der Medium-Reifenmischung vorne. Sein erster Versuch auf Soft misslang, weil er sich in Kurve 1 verbremste. Beim nächsten Run passte die Runde: Erst holte er sich mit 1:17,966 die Spitze von Norris zurück, dann verbesserte er sich auf die Tagesbestzeit. Ferrari bleibt damit in der dünnen Höhenluft von Mexiko-Stadt das Maß der Dinge, allerdings ist der Vorsprung deutlich kleiner als im ersten Training.
Norris und Mercedes rücken heran
Norris hatte keinen sauberen Start in die Session: Auf seinem ersten Satz Medium blockierte er in Kurve 1 die Räder, fuhr über das Gras und holte sich einen Bremsplatten. Auf Soft übernahm er trotzdem kurzzeitig die Führung und wurde am Ende Zweiter. Russell, der im ersten Training sein Cockpit an Frederik Vesti abgegeben hatte, fehlten auf Norris nur drei Tausendstel. WM-Spitzenreiter Antonelli wurde Vierter im zweiten Mercedes. Er kann an diesem Wochenende den Titel perfekt machen.
Ärger im Red-Bull-Lager
Nach knapp einer Viertelstunde gerieten die beiden Red-Bull-Fahrer aneinander. Verstappen war auf seiner Aufwärmrunde, Lawson auf einer Abkühlrunde, und der Racing-Bulls-Pilot wollte nicht Platz machen. Im Stadion fuhren die beiden Rad an Rad, Verstappen kam von der Strecke ab, und beim Wiederauffahren berührten sich die Autos. Lawson verlor Teile seines Frontflügels, und wegen der Trümmer gab es eine rund siebenminütige Unterbrechung. Verstappen fuhr mit beschädigtem Unterboden weiter und wurde Fünfter. Die Rennkommissare versetzen beide für das Rennen um einen Startplatz zurück. Außerdem bekommt jeder einen Strafpunkt.
Hamilton verliert wichtige Fahrzeit
Kurz vor Halbzeit kam für Lewis Hamilton das Aus. Er war gerade auf Soft gewechselt, als sein Ferrari auf einer schnellen Runde plötzlich keine Leistung mehr hatte. Nach nur 13 Runden stellte er das Auto am Streckenrand ab, und es folgte eine kurze VSC-Phase. Mit Platz elf fehlt ihm vor dem Qualifying viel Erfahrung auf den weichen Reifen.
Technische Sorgen bei Audi
Bei Gabriel Bortoleto wurde schon vor dem Start ein Leck im Kühlsystem der Batterie entdeckt. Er kam erst in den letzten zehn Minuten auf die Strecke und landete am Ende des Feldes. Nico Hülkenberg holte im anderen Audi Platz 15 und kam mit 35 Runden auf genauso viele Umläufe wie Leclerc, die meisten aller Fahrer. Auch andere hatten Probleme: Oliver Bearman mit der Software, Esteban Ocon mit der Servolenkung und Lance Stroll mit einem nicht näher beschriebenen Defekt. Alle drei kehrten aber auf die Strecke zurück.
Lindblad stark, Piastri nur Zehnter
Arvid Lindblad war als Siebter der beste Fahrer hinter den vier Top-Teams, gefolgt von Pierre Gasly. Isack Hadjar wurde Sechster, klagte aber über starkes Aufsetzen des Unterbodens. Oscar Piastri rutschte auf seiner letzten schnellen Runde durch die Schlusskurve und kam nicht über Rang zehn hinaus. In der Schlussphase fuhr das Feld mit mehr Sprit und auf Medium seine Longruns.