Lando Norris hat das 3. Freie Training zum Großen Preis von Mexiko so knapp gewonnen, wie es nur geht. In den Schlussminuten war der McLaren-Pilot eine Tausendstelsekunde schneller als WM-Spitzenreiter Kimi Antonelli. Lange hatte Ferrari mit Charles Leclerc und Lewis Hamilton auf Medium-Reifen vorn gelegen, bis der Wechsel auf die weiche Reifenmischung das Feld neu ordnete. Schon vor der Session sorgte Haas für Wirbel, als das Team Esteban Ocon aus dem Cockpit nahm. Bei Gabriel Bortoleto und Lokalmatador Sergio Pérez mussten Audi und Cadillac zudem die Antriebseinheit tauschen.
Rauchzeichen bei Audi
Bei Sonnenschein und rund 44 Grad Asphalttemperatur blieben die Topteams zu Beginn in der Garage. Zuerst fuhren Alpine, Haas und Audi, doch für Gabriel Bortoleto war die Session nach zwei Runden schon wieder vorbei. Aus dem Heck seines Audi stieg weißer Rauch auf, und das Team bestätigte später einen Motorwechsel. Auch Fernando Alonso musste wegen eines technischen Problems kurz an die Box. Daraufhin holte Aston Martin auch Lance Stroll zur Sicherheit in die Garage.
Ferrari gibt auf Medium den Ton an
Mercedes und McLaren starteten auf der Medium-Mischung, und Antonelli setzte die erste Richtzeit. Als die Scuderia auf die Strecke kam, ging Leclerc an die Spitze. Er hatte schon beide Freitagstrainings angeführt. Zur Halbzeit wechselten er und Hamilton sich auf Platz eins ab. Fehler gab es trotzdem: Norris und Leclerc verloren in der Schlangen-Passage die Linie, und Hamilton kam an der Einfahrt ins Stadion zu weit nach außen.
Die Softs drehen das Bild
Mit den weichen C5-Reifen änderte sich die Reihenfolge deutlich. George Russell ging kurz in Führung, dann übernahm Antonelli dank eines starken Mittelsektors. Ferrari hatte auf den Softs mit Übersteuern zu kämpfen, und Hamilton erlebte in der letzten Kurve einen heiklen Moment. Leclerc brach einen verpatzten Versuch ab und wurde am Ende trotzdem Dritter. Antonelli fuhr 1:17,601, doch kurz vor Schluss konterte Norris mit 1:17,600. Oscar Piastri wurde Vierter, Max Verstappen Fünfter vor Hamilton und Russell.
Hirakawa ersetzt Ocon bei Haas
Für Ocon übernimmt der Haas-Testfahrer Ryo Hirakawa das Cockpit für den Rest des Wochenendes. Er war schon im 1. Training im Einsatz. Der Le-Mans-Sieger von 2022 fuhr 32 Runden und kam auf Platz 19, knapp sechs Zehntel hinter seinem Teamkollegen Oliver Bearman. Am Sonntag gibt der Japaner sein Renndebüt in der Formel 1.
Racing Bulls in den Top Ten, Pérez ohne Zeit
Isack Hadjar ärgerte sich am Funk über das Fahrverhalten seines Red Bull, wurde aber noch Achter. Direkt dahinter folgten Liam Lawson und Arvid Lindblad, womit beide Racing Bulls in den Top Ten landeten. Nico Hülkenberg fuhr mit 32 Runden zusammen mit Hirakawa das größte Pensum und verpasste als Elfter die Top Ten nur knapp. Bitter war die Session für Sergio Pérez: Vor seinem 300. Grand Prix kam er auf heimischem Boden nur zu einer Runde, weil Cadillac vorsorglich den Motor wechselte. Sein Teamkollege Valtteri Bottas wurde Zwanzigster.
Offenes Duell vor dem Qualifying
Die ersten vier Fahrer liegen nicht einmal zwei Zehntel auseinander. Damit steht ein enges Duell um die Pole-Position zwischen McLaren, Mercedes und Ferrari bevor. Für Antonelli geht es um noch mehr: Schon ein neunter Platz im Rennen würde ihm vorzeitig den WM-Titel sichern.