Lewis Hamilton holt im Qualifying zum Großen Preis von Mexiko die erste Pole-Position seiner Ferrari-Karriere. Mit seinem letzten Versuch schlägt er George Russell um 0,009 Sekunden, Charles Leclerc macht als Dritter das starke Ergebnis der Scuderia komplett. Davor unterbricht ein Ausfall von Fernando Alonso das Q1 mit einer roten Flagge, und Oscar Piastri scheidet schon im Q2 aus. Nach der Session wird Liam Lawson disqualifiziert, und WM-Spitzenreiter Kimi Antonelli rückt durch Max Verstappens Strafversetzung auf Startplatz vier vor.
Rote Flagge nach Alonso-Ausfall
Das Q1 läuft erst wenige Minuten, als Fernando Alonso seinen Aston Martin abstellen muss. Das Team vermutet ein Problem mit dem Wasserdruck, das mit dem Energierückgewinnungssystem zusammenhängt. Die Rennleitung unterbricht die Session mit der roten Flagge. Nach dem Neustart, elf Minuten vor Schluss, fährt Hamilton in 1:17,341 Bestzeit. Isack Hadjar kommt in Kurve 12 von der Strecke ab und verbremst sich in Kurve 13, Arvid Lindblad meldet Rauch im Cockpit. Trotzdem kommen beide weiter. Ausgeschieden sind Alonso, Alexander Albon, Lance Stroll und die beiden Cadillac von Lokalmatador Sergio Pérez und Valtteri Bottas. Ebenfalls raus ist Ryō Hirakawa. Der Haas-Ersatzfahrer hatte erst am Vormittag überraschend das Cockpit von Esteban Ocon bekommen und fährt am Sonntag sein erstes Formel-1-Rennen.
Piastri strauchelt im Q2
Lando Norris setzt in 1:16,728 die Bestzeit im Q2, vor Verstappen. Hamilton gerät nach einem Fehler in Kurve 13 unter Druck, schafft es aber noch in die Top Ten. Antonelli fährt seinen entscheidenden Versuch auf gebrauchten Soft-Reifen. Für Oscar Piastri ist früh Schluss: Er bricht seine erste schnelle Runde auf neuen Reifen ab, klagt über fehlenden Grip an der Hinterachse und kann sich nicht mehr steigern. Mit ihm scheiden Franco Colapinto, Gabriel Bortoleto, Oliver Bearman und Carlos Sainz aus. Nico Hülkenberg wird in den letzten Sekunden noch aus den Top Ten verdrängt, steht nach Lawsons Disqualifikation in der Wertung aber auf Platz zehn.
Russell legt vor, Hamilton kontert
Im ersten Durchgang des Q3 setzt Leclerc mit 1:16,647 die Messlatte. Hamilton verliert nach einem Fehler im Mittelsektor gut vier Zehntel. Verstappen liegt in zwei Sektoren auf Bestzeitkurs, verliert aber in der Mitte der Runde die entscheidenden Hundertstel. Im letzten Versuch lässt Russell die doppelte Vorbereitungsrunde weg, auf die Mercedes bis dahin gesetzt hatte, und geht mit 1:16,523 in Führung. Hamilton kontert direkt danach: Mit einem stärkeren ersten Sektor und einer fehlerfreien Runde holt er sich in 1:16,514 die Pole. Leclerc verbessert sich kaum und wird Dritter. Verstappen verbremst sich in Kurve 13, läuft auf Norris auf und muss abbrechen. Dahinter folgen Antonelli, Norris, Hadjar, Lindblad und Pierre Gasly.
Historischer Samstag für Hamilton
Für Hamilton ist es die 105. Pole seiner Karriere und die erste seit Ungarn 2023. Mit 41 Jahren ist er der älteste Polesetter seit Mario Andretti 1982. Für Ferrari ist es die erste Pole der Saison. Das kommt überraschend, denn im dritten Training war Hamilton nur Sechster.
Disqualifikation für Lawson
Nach der Session meldet der Technische Delegierte der FIA Lawsons Racing Bulls bei den Rennkommissaren. Kurz nach dem Ende seiner schnellsten Runde im Q2 hatte Lawson nicht sofort das Gas zurückgenommen. Dadurch wurde die vorgeschriebene Mindestleistung der MGU-K unterschritten. Das Team hatte den Verstoß selbst gemeldet und betonte, dass es keinen Vorteil gab. Die Kommissare streichen trotzdem alle seine Zeiten, und Lawson startet vom Ende des Feldes. Seine Strafversetzung für die Kollision mit Verstappen im zweiten Training spielt damit keine Rolle mehr. Verstappen fällt für diese Kollision einen Platz auf Rang fünf zurück.
Antonelli vor dem Titel
Antonelli kann den Titel am Sonntag schon von Startplatz vier aus perfekt machen. Gewinnt Russell, reicht ihm Platz neun, gewinnt Hamilton, sogar Platz zehn.