Max Verstappen hat einen turbulenten Großen Preis von Mexiko gewonnen und Lewis Hamilton im Ferrari nach 71 Runden knapp hinter sich gehalten. Kimi Antonelli wurde Dritter und sicherte sich damit vorzeitig den WM-Titel. Mit 20 Jahren löst der Mercedes-Pilot Sebastian Vettel als jüngsten Champion der Formel-1-Geschichte ab. Das Rennen prägten ein hartes Ferrari-Duell in der Startphase, eine rote Flagge nach dem schweren Unfall von Valtteri Bottas und ein frühes Doppel-Aus für Aston Martin. Nach Rennende wirbelten Strafen gegen Oscar Piastri und beide Alpine-Fahrer die Punkteränge noch einmal durcheinander.
Ferrari-Duell schon in der Startphase
Hamilton ging von der Pole-Position ins Rennen, kam aber nicht optimal vom Fleck. Leclerc war von Rang drei gestartet. Er kürzte in Kurve 4 über das Gras ab und übernahm die Führung. Verstappen war wegen einer Kollision mit Liam Lawson im Training um einen Platz zurückversetzt worden und ging von Rang fünf ins Rennen. Er nutzte das rote Gerangel zum Sprung auf Platz zwei. Hamilton beschwerte sich am Funk über seinen Teamkollegen. Dahinter schob sich Antonelli an Russell vorbei, der wiederum Isack Hadjar in einen Dreher schickte.
Strafen und Aston-Martin-Debakel
Die Rennkommissare brummten Leclerc fünf Sekunden auf, weil er sich abseits der Strecke einen Vorteil verschafft hatte. Russell kassierte für die Kollision mit Hadjar zehn Sekunden. Für Aston Martin war der Nachmittag früh beendet. Fernando Alonso wurde an die Box beordert, kurz danach stellte Lance Stroll seinen Wagen am Streckenrand ab und löste ein Virtuelles Safety-Car aus. Beide Honda-Antriebe zeigten abnormale Druckwerte.
Verstappen überholt in der Boxengasse
Red Bull hatte Verstappen auf der Medium-Reifenmischung starten lassen und gewann damit strategische Flexibilität. Als Leclerc seine Strafe beim Boxenstopp absaß, wechselte Verstappen auf Soft und kam vor dem Monegassen zurück auf die Strecke. Antonelli blieb mit seinem ersten Reifensatz lange draußen und führte das Rennen zwischenzeitlich an. Sein später Stopp verzögerte sich am linken Hinterrad, er fiel auf Rang vier zurück.
Rote Flagge nach Bottas-Unfall
Bottas war wegen zusätzlicher Antriebskomponenten vom Ende des Feldes gestartet. In Kurve 1 schlug sein Cadillac schwer in die Barriere ein, vermutlich nach einem Bruch der linken Vorderradaufhängung. Der Finne stieg selbstständig aus. Für die Reparatur der Streckenbegrenzung wurde das Rennen unterbrochen. Hamilton hatte zuvor unter Safety-Car frische Reifen geholt, die Startaufstellung richtete sich aber nach der Reihenfolge vor diesem Stopp. Er ging damit als Dritter vor Antonelli in den stehenden Neustart.
Neustart mit Folgen
Hamilton ging sofort an Leclerc vorbei und attackierte Verstappen in Kurve 1. Nach einer leichten Berührung musste er weit gehen, die Kommissare sahen von Ermittlungen ab. Leclerc bremste sich einen massiven Bremsplatten ein und konnte sich gegen Antonelli nicht wehren. Oliver Bearman schied nach einer Kollision mit Nico Hülkenberg mit Aufhängungsschaden aus. Hülkenberg erhielt dafür eine Zehn-Sekunden-Strafe und wurde am Ende 14. Später berührten sich Lindblad und Piastri, der Racing Bulls hob ab und schlug in die Mauer ein. Lindblad blieb unverletzt, es folgte eine zweite Safety-Car-Phase.
Verstappen hält dem Druck stand
Im Schlussspurt blieb Hamilton dicht dran, auf der Geraden fehlte ihm aber der Speed für einen Angriff. Verstappen holte seinen dritten Saisonsieg und ist nun WM-Zweiter. Antonelli ist der erste italienische Weltmeister seit Alberto Ascari 1953. Leclerc verteidigte Rang vier in der letzten Runde gegen Lando Norris, Russell wurde Sechster.
Nachträgliche Strafen verändern die Punkteränge
Nach Rennende gaben die Kommissare Piastri die Schuld an der Kollision mit Lindblad. Mit zehn Sekunden Zeitstrafe fiel er von Rang sieben auf Platz 13 zurück. Auch Alpine verlor alle Punkte, denn beide Fahrer hatten unter gelber Flagge nicht ausreichend verzögert. Franco Colapinto bekam eine Zehn-Sekunden-Strafe und wurde 15. Pierre Gasly bekam eine nachträglich umgerechnete Stop-and-Go-Strafe und fiel auf Rang 17 zurück.
Davon profitierten andere. Lawson war nach seiner Disqualifikation im Qualifying aus der Boxengasse gestartet und wurde Siebter. Gabriel Bortoleto rückte auf Platz acht vor und holte für Audi vier Zähler. Hadjar wurde nach seinem Dreher in der ersten Runde noch Neunter. Haas-Ersatzfahrer Ryō Hirakawa war ab dem dritten Training kurzfristig für Esteban Ocon eingesprungen und holte bei seinem Grand-Prix-Debüt als Zehnter einen WM-Punkt. Lokalmatador Sergio Pérez wurde nach einer Strafe wegen zu hohen Tempos in der Boxengasse 16.