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Großbritannien Race

Silber für Silberpfeil in Silverstone, Gold für Schumacher!

Silverstone | 11.07.2004 12:00 UTC
Bericht
Wenn es um den Olympischen Gedanken gehen würde, könnte man sagen: Dabei sein ist alles. Auch in Silverstone gab es für die Konkurrenz der Roten nur Silber. Michael Schumacher gewann sein zehntes von elf Rennen der Saison und machte einen weiteren Schritt zur Titelverteidigung. Der Silberpfeilpilot und Vizeweltmeister Kimi Räikkönen meldete sich jedoch eindrucksvoll zurück und übernahm souverän die Rolle des Ferrari–Jägers. Auf Platz drei landete Rubens Barrichello im zweiten Ferrari und bleibt als einzigster Fahrer in dieser Saison ohne Ausfall. Der Brite und Lokalmatador Jenson Button (BAR) verpasste um knapp sieben Sekunden das Podium und wurde vierter. Juan Pablo Montoya (Williams – BMW) erreichte etwa 0,7 Sekunden vor Giancarlo Fisichella (Sauber) das Ziel und kassierte dafür vier Punkte ab. Der zweite Silberpfeilpilot David Coulthard wurde siebter vor Mark Webber im Jaguar. Felipe Massa erreichte Platz 9 vor dem Spanier Fernando Alonso (Renault). Takuma Sato (BAR) erreichte das Ziel ohne Motorschaden als elfter vor Marc Gene (Williams – BMW) und Cristiano da Matta (Toyota)
Nick Heidfeld wurde im Jordan nur Platz 15 hinter Christian Klien (Jaguar) und vor Gianmaria Bruni (Minardi).
Ein schwerer Unfall schockte wieder mal die Formel1 – Welt. Mit Höchstgeschwindigkeit rauschte der Italiener Jarno Trulli an einer Streckenbegrenzung vorbei, als ihm unerwartet die hintere Radaufhängung brach und den Renault ungebremst im spitzen Winkel in die Reifenstapel rammte. Dabei prallte der Bolide ab und drehte sich mehrfach, bis sich der Renault aufbäumte und zum Überschlag ansetzte. Am Ende blieb der völlig zerstörte Wagen richtig herum liegen und Jarno Trulli konnte scheinbar unverletzt aus dem Wagen aussteigen.
Zuvor sorgte Gianmaria Bruni für Aufregung, als der Minardi – Pilot nach einem Boxenstopp losfuhr, obwohl der Tankrüssel noch in dem Wagen steckte. Auch hier gab es zum Glück keine verletzten.
Der Start zum Großen Preis von Großbritannien verlief relativ unspektakulär. Kimi Räikkönen verteidigte seine Pole gegen Rubens Barrichello und Jenson Button. Michael Schumacher verteidigte seine Position gegen Jarno Trulli erfolgreich. Juan Pablo Montoya rutschte neben die Strecke und verlor ein paar Plätze. Kimi Räikkönen konnte seinen Vorsprung gegenüber der Konkurrenz erst mal ausbauen, bis er in die Box zum Tanken musste. Michael Schumacher, der erst in der 15. Runde zum Tanken rein kam, konnte sich einen Vorsprung rausfahren und profitierte vom Pech des Finnen, der im Verkehr stecken blieb. Knapp vor Kimi Räikkönen kam Michael Schumacher aus der Box und übernahm die Führung.
Giorgio Pantano (Jordan) überschätzte in der 18. Runde sein Bolide und legte einen Dreher hin, der jedoch außer Zeitverlust keine weitern Auswirkungen für den Jordan – Piloten hatte. Zuvor musste Oliver Panis mit einem technischem Defekt an seinem Toyota das Rennen frühzeitig beenden.
Giancarlo Fisichella kam erst in der 24. Runde zum Tanken an die Sauber – Box.
In der 32. Runde kam Gianmaria Bruni zum dritten mal an die Box, nachdem er seine Strafe wegen zu schnellen Fahrens in der Boxengasse abgebüsst hatte. Als das Team um Bruni mit dem Wechseln der Reifen fertig war und abgelassen wurde, gab der Minardi – Pilot plötzlich gas, obwohl der Tankstutzen noch in seinem Boliden steckte. Zwar riss er ein paar Mechaniker mit, jedoch scheint bei dieser Aktion keiner ernsthaft verletzt worden zu sein.
Als wäre der Schock über diesen verpatztem Boxenstopp für Minardi nicht groß genug, fiel auch noch in der selben Sekunde sein Teamkollege Zsolt Baumgartner mit einem Technischem Defekt aus.
Großer Schock dann in der 41. Runde, als im Bild Plötzlich ein total demolierter Renault zu sehen war. Er handelte sich um Jarno Trulli, der zuvor einen spektakulären Unfall hingelegt hatte.
Als seine Hinterradaufhängung brach, brach sein Renault mit dem Heck nach links aus, was zur Folge hatte, das er im spitzem Winkel in die Reifenstapel, die neben der Strecke angebracht waren, einschlug. Dabei drehte sich der Bolide nach links weg und rutschte sich drehend und immer wieder einschlagend an der Wand aus ausrangierten Autoreifen vorbei. Nach zwei Umdrehungen prallte der Wagen ab und rutschte, sich immer noch drehend, in das Kiesbett. Dabei verhakte sich das Wrack mit seinen eigenen Einzelteilen und überschlug sich. Dabei hatte Jarno Trulli Glück im Unglück gehabt, da sich sein Überrollbügel nicht ins Kiesbett eingedrückt hatte und so den Kopf des Piloten schützen konnte. Am Ende blieb der völlig zerstörte Bolide im Kies richtig herum liegen. Jarno Trulli hob sofort den Daumen um zu zeigen, dass es ihm gut ging.
In der folgenden Safetycar Phase nutzen zahlreiche Piloten zu einem Boxenstopp, Michael Schumacher, der erst Minuten zuvor in der Box war, verlor seinen sicheren Vorsprung vor Kimi Räikkönen, was das Rennen in den letzten Runden noch spannend machen sollten.
Als dann das Safetycar die Strecke verlassen hatte und Michael Schumacher die Pace vorgab, kämpte sich Kimi Räikkönen recht erfolgreich an Christian Klien und Cristiano da Matta vorbei und hängte sich ans Heck des Kerpener Formel1 Piloten. Immer wieder boten sich für den Finnen durch die frischeren Reifen Überholmöglichkeiten, die er jedoch nicht nutzen konnte. Als dann die Michelin – Reifen des McLaren nach ließen, konnte sich der Weltmeister absetzen und das Rennen ohne weitere Gefahr beenden. Rubens Barrichello witterte noch mal eine Überholmöglichkeit, da er immer näher an den Finnen ran kam. Hätte das Rennen zwei oder drei Runden länger gedauert, dann ...... So blieb es für den Finnen bei Platz zwei vor dem Brasilianer Rubens Barrichello. Jenson Button wurde im BAR vierter vor Montoya. Giancarlo Fisichella, der das Rennen als letzter begonnen hatte, erreichte den sechsten Rang. David Coulthard erreichte Platz sieben vor Mark Webber, Felipe Massa und Fernando Alonso. Takuma Sato kam dieses mal ins Ziel, musste sich jedoch am Ende mit Platz elf vor Marc Gené und Cristiano da Matta zufrieden geben. Der Österreicher Christian Klien wurde im Jaguar dreizehnter vor Nick Heidfeld und Schlusslicht Gianmaria Bruni.
Ergebnisse
PosFahrer Start +/- Zeit / Abstand Intervall Schnellste Runde Stopps Pkt
1 4 +3 1:24:42.700 – 1:18.739 0 10
2 1 -1 +2.130 +2.130 1:19.554 0 8
3 2 -1 +3.114 +0.984 1:19.296 0 6
4 3 -1 +10.683 +7.569 1:19.488 0 5
5 7 +2 +12.173 +1.490 1:19.968 0 4
6 20 +14 +12.888 +0.715 1:19.813 0 3
7 6 -1 +19.668 +6.780 1:20.547 0 2
8 9 +1 +23.701 +4.033 1:20.768 0 1
9 10 +1 +24.023 +0.322 1:20.484 0 0
10 16 +6 +24.835 +0.812 1:20.442 0 0
11 8 -3 +33.736 +8.901 1:20.790 0 0
12 11 -1 +34.303 +0.567 1:20.434 0 0
13 12 -1 +1 Runde – 1:20.768 0 0
14 13 -1 +1 Runde – 1:20.956 0 0
15 15 0 +1 Runde – 1:21.730 0 0
16 18 +2 +4 Runden – 1:23.296 0 0
Ausgeschieden
RundeFahrer Start +/- Ausfallgrund Schnellste Runde Stopps
48 14 A Dreher 1:22.146 0
40 5 A Aufhängung 1:20.655 0
30 19 A Defekt 1:24.317 0
17 17 A Technischer Defekt 1:23.131 0
– – A Verletzt – 0
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