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Bahrain
Bahrain Race

Sebastian Vettel kann doch noch Siegen – Kimi zurück auf dem Treppchen

Sakhir | 22.04.2012 11:00 UTC
Bericht
In einem spannenden Rennen setzte sich am Ende der Polesetter Sebastian Vettel im Red Bull durch und gewann das politisch umstrittene Rennen in Bahrain. Zweiter wurde Kimi Räikkönen (Lotus), der vier Rennen nach seinem Comeback wieder aufs Treppchen konnte. Auch für den Drittplatzierten war der Besuch auf dem Podest eine Premiere. Romain Grosjean (Lotus) konnte in seinem elften Rennen erstmals auf Siegertreppchen. Letzte Woche standen drei, mit Mercedesmotor befeuerten Boliden auf dem Podest, dieses mal waren es drei Renault – Motoren. Vierter wurde Mark Webber im zweiten Red Bull vor Nico Rosberg (MercedesGP) und Paul di Resta im Force India. Ferrari Pilot Fernando Alonso wurde Siebter vor Lewis Hamilton (MercedesGP), Felipe Massa (Ferrari) und Michael Schumacher (MercedesGP), der für den Zehnten Platz den letzten WM Punkt aus Bahrain mitnahm. Sergio Pérez verpasste im Sauber nur knapp die Punkteränge und wurde vor Nico Hülkenberg (Force India), Kamui Kobayashi (Sauber) und den Toro Rosso Piloten Jean-Eric Vergne und Daniel Ricciardo Elfter. Vitaly Petrov kam im Caterham als Sechzehnter vor Teamkollege Heikki Kovalainen ins Ziel. Jenson Button (McLaren), der mit einem Motorschaden seinen Boliden zwei Runden vor Rennende abstellen musste, wurde vor Timo Glock (Marussia) und den HRT – Piloten Pedro de la Rosa und Narain Karthikeyan als Achtzehnter gewertet. Bruno Senna, der seinen Williams drei Runden vor Rennende in der Box abstellen musste, wurde als Zweiundzwanzigster gewertet. Charles Pic (Marussia) fiel in der 24. Runde mit einem Defekt aus. Eine Runde später musste Maldonado seinen Williams mit einem Reifenschaden in der Box abstellen.
Nur Sieger auf dem Treppchen. Vettel schlägt im direkten Zweikampf Räikkönen.


Premiere Sieger: Vettel erstmals 2012 Sieger, Räikkönen erstmals nach Comeback auf dem Podest und Romain Grosjean feierte seine Premiere als Dritter bei einer Formel1 Siegerehrung.
… von Stephan Gerasch

Spannendes Wüstenrennen

Zwar war in den vergangenen Jahren das Wüstenrennen in Bahrain immer ein Garant für ein eher langweiliges Rennen, doch konnte dieses Jahr der Große Preis von Bahrain nicht nur die Formel1 Fans begeistern. Dass das Rennen überhaupt statt fand, war noch bis vor wenigen Tagen fraglich, da politische Unruhen die Sicherheit der Teams und der Zuschauer zu gefährden drohte. Doch die Sicherheitskräfte konnten Ausschreitungen am Rande des Grand Prix größtenteils in Grenzen halten. 2011 musste das Rennen von der FIA wegen eben diesen Unruhen abgesagt werden.
Um so mehr freute man sich, wieder ein Rennen auf der anspruchsvollen Strecke in Bahrain zu sehen und man wurde nicht enttäuscht. Spannende Zweikämpfe und atemberaubende Überholmanöver bestimmten das Renngeschehen, nicht nur geschuldet der mangelden Reifenhaltbarkeit oder des DRS – Regelung. Die Formel1 Teams haben noch nie solch ähnlich starke Boliden ins Rennen geschickt wie in diesem Jahr. Auch die Piloten sind allesamt auf der Strecke diszipliniert, was die niedrige Ausfallquote belegt. Im letzen Rennen fiel nur Schumacher wegen eines losem Vorderrad aus, in Bahrain mussten nur zwei Piloten das Rennen ohne Wertung frühzeitig beenden.

Der Start
Sebastian Vettel startete vor Lewis Hamilton und Mark Webber erstmals in der Saison 2012 von der Poleposition. Vierter im Qualifying war Jenson Button, vor China-Sieger Nico Rosberg und Daniel Ricciardo, der sich im unterlegenem Toro Rosso vor Romain Grosjean (Lotus), Sergio Perez (Sauber), Paul di Resta (Force India) und Fernando Alonso (Ferrari) qualifizieren konnte. Kimi Räikkönen, der im Qualifying seine Reifen schonte und mit dem 11. Platz zufrieden war, stand in der Startaufstellung vor Kobayashi (Sauber), Nico Hülkenberg (Force India) und dem Ferrari Piloten Felipe Massa. Michael Schumacher, der im Qualifying wegen eines defekten Heckflügels schon in Q1 ausfiel, nutzte die schlechte Startposition und wechselte noch sein Getriebe, was ihm weitere fünf Startplätze kostete und dann als Zweiundzwanzigster vor Timo Glock ins Rennen gehen musste.
Den Start gewann Vettel, der sich vor Lewis Hamilton (McLaren) und Mark Webber (Red Bull) halten konnte. Doch die großen Gewinner des Starts waren die Lotus Piloten Romain Grosjean und Kimi Räikkönen. Grosjean kam von Position Sieben auf Vier vor, Kimi schaffte es von Startplatz 11 in der ersten Runde auf Position Sieben. Auch Fernando Alonso machte beim Start vier Plätze gut und Schumacher, der von 22 aus startete, landete nach einer Runde schon auf Position 18.
Der große Verlierer des Starts war Daniel Ricciardo im Toro Rosso. Er verlor beim Start zehn Startplätze. Nico Rosberg startete ebenfalls sehr schlecht und wurde von Startplatz Fünf auf Position neun durchgereicht.

Nico Rosberg und die harten Zweikämpfe mit Hamilton und Alonso.
Gleich wegen zwei möglichen Vergehen musste der Silberpfeil Pilot Nico Rosberg nach dem Rennen zu den Rennkommissaren. Zuerst drängte Rosberg in der 10. Runde Lewis Hamilton von der Strecke, der ihn dann neben der Rennstrecke überholte. Die Rennkommissare sahen hier jedoch kein Vergehen beider Kontrahenten. Nur wenige Runden später versuchte an der gleichen Stelle Fernando Alonso den Mercedespiloten zu überholen, und auch dieser wurde von Rosberg neben die Strecke gedrängt. Auch diese Aktion wurde von den Rennkommissaren nicht bestraft.

Vettel cool bei Iceman
Dominanter Vettel ließ sich auch nicht von Überholversuchen Räikkönens aus der Ruhe bringen. Sebastian Vettel führte bis auf zwei Runden das Feld dauerhaft an. Nur Paul di Resta im Force India konnte sich in Runde 12 über eine kurzfristige Führung freuen und auch Romain Grosjean (Lotus) freute sich in Runde 40 über seine ersten Führungskilometer.
Drei Runden vor dem letzten Boxenstopp von Vettel und Räikkönen, schloss der Finne auf den Red Bull Piloten auf und startete, mit Hilfe von DRS mehrere Versuche, an den Heppenheimer vorbei zu kommen. Doch der Weltmeister blieb cool und ließ den Iceman hinter sich. In der 39. Runde kamen dann beide gleichzeitig an die Box. Vettel behielt die Führung und konnte sie Runde für Runde um ein paar Zehntel ausbauen. Ein Arbeitssieg für den Red Bull Piloten, der nach 57 Runden vor seinem guten Freund Kimi Räikkönen ins Zeil kam. Romain Grosjean, der schon 2009 sieben Rennen für Renault fuhr, schaffte es erstmals in seiner Karriere in seinem Elften Rennen auf's Treppchen. Mark Webber wurde im Red Bull Vierter vor Nico Rosberg, der nach seinem verkorkstem Start seine Startposition wieder erkämpfen konnte. Paul di Resta wurde im Force India Sechster vor Fernando Alonso (Ferrari) und Lewis Hamilton, der bei zwei seiner drei Boxenstopps viel Zeit wegen einer klemmenden Radmutter verlor. Felipe Massa, der in de letzten Rennen in der Kritik der Ferrari-Fans stand, rehabilitierte sich mit einem guten Neunten Platz, nur knapp hinter seinem Teamkollegen Fernando Alonso. Michael Schumacher, der in den letzten Rennen immer Pech hatte und nur vor Position 22 aus startete, wurde 10. und sicherte sich wenigstens noch einen WM Punkt. Jedoch profitierte Schumacher vom Pech des Briten Jenson Button, der drei Runden vor Rennende mit einem Reifenschaden an die Box und eine Runde später seinen McLaren abstellen musste. Dennoch wurde Button als 18. hinter Perez, Hülkenberg, Kobayashi, Vergne, Ricciardo, Petrov und Kovalainen gewertet. Timo Glock wurde im Marussia Neunzehnter vor denn HRT Piloten Pedro de la Rosa und Narain Karthikeyan. Bruno Senna musste seinen Williams mit einem Defekt drei Runden vor Rennende abstellen, wurde aber noch als 22. gewertet.

... von Stephan Gerasch [formel1de.com]
Ergebnisse
PosFahrer Start +/- Zeit / Abstand Intervall Schnellste Runde Stopps Pkt
1 1 0 1:35:10.990 – 1:36.379 0 25
2 11 +9 ++ 3.333 – 1:37.116 0 18
3 7 +4 ++ 10.194 – 1:36.928 0 15
4 3 -1 ++ 38.788 – 1:37.437 0 12
5 5 0 ++ 55.460 – 1:38.080 0 10
6 9 +3 ++ 57.543 – 1:38.372 0 8
7 10 +3 ++ 57.803 – 1:38.203 0 6
8 2 -6 ++ 58.984 – 1:37.733 0 4
9 14 +5 ++ 1:04.999 – 1:38.123 0 2
10 22 +12 ++ 1:11.490 – 1:38.128 0 1
11 8 -3 ++ 1:12.702 – 1:38.146 0 0
12 13 +1 ++ 1:16.539 – 1:38.312 0 0
13 12 -1 ++ 1:30.334 – 1:36.700 0 0
14 17 +3 ++ 1:33.723 – 1:37.058 0 0
15 6 -9 ++ 1 Runde – 1:37.903 0 0
16 18 +2 ++ 1 Runde – 1:38.305 0 0
17 16 -1 ++ 1 Runde – 1:38.441 0 0
18 4 -14 +Ausfall – 1:38.046 0 0
19 23 +4 ++ 2 Runden – 1:40.323 0 0
20 20 0 ++ 2 Runden – 1:40.237 0 0
21 24 +3 ++ 2 Runden – 1:39.747 0 0
22 15 -7 +Ausfall – 1:38.087 0 0
Ausgeschieden
RundeFahrer Start +/- Ausfallgrund Schnellste Runde Stopps
26 21 A Aufhängung 1:39.876 0
25 19 A Defekt 1:41.519 0
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