George Russell hat das erste freie Training zum Großen Preis von Aserbaidschan gewonnen und Max Verstappen vier Zehntelsekunden hinter sich gelassen. Die Session auf dem Baku City Circuit wurde allerdings vor allem von technischen Problemen geprägt. WM-Spitzenreiter Kimi Antonelli strandete mit einem Hydraulikdefekt, Carlos Sainz kam mit brennenden Hinterradbremsen an die Box, und Isack Hadjars Comeback endete vorzeitig. Zwei Phasen unter dem Virtuellen Safety-Car und ein mit Kabelbindern geflickter McLaren rundeten eine unruhige Stunde ab.
Staubige Piste, glühende Bremsen
Arvid Lindblad fuhr als Erster auf die Strecke, sein Racing Bulls war mit großen Messgittern bestückt, um die Neuteile zu vermessen. Die Piste war zu Beginn staubig und rutschig, der Asphalt heizte sich auf über 50 Grad auf. Entsprechend häuften sich die Verbremser: Verstappen blockierte die Vorderräder, und Russell verpasste nach einer Flucht in die Auslaufzone die Streckenbegrenzung nur knapp. Nach nicht einmal 20 Minuten stand Sainz' Williams mit brennenden Hinterradbremsen in der Boxengasse. Das war besonders bitter, weil auch Williams neue Teile testen wollte.
Hydraulikdefekt stoppt Antonelli
Verstappen gab auf der harten Reifenmischung zunächst das Tempo vor. Dann übernahm Antonelli, ebenfalls auf harten Reifen, mit 1:46,265 die Spitze. Kurz darauf meldete der Italiener den Verlust der Hydraulik und stellte seinen Mercedes in Kurve 7 ab. Aus dem Heck stieg Rauch auf, die Streckenposten griffen vorsorglich zum Feuerlöscher, und die Rennleitung aktivierte das erste VSC. Nach neun Runden war Antonellis Session beendet, seinen Versuch auf weichen Reifen konnte er nicht mehr fahren. Seine frühe Zeit reichte dennoch für Rang fünf.
Russell vorn, Ferrari mit Ausrufezeichen
Nach der Freigabe wechselte Russell auf die weiche Mischung und fuhr mit 1:45,387 die Bestzeit. Verstappen leistete sich auf seiner Soft-Runde einen Verbremser und wurde Zweiter. Charles Leclerc und Lewis Hamilton belegten die Plätze drei und vier, obwohl Ferrari die weiche Mischung gar nicht einsetzte. Leclerc markierte zudem die schnellste erste Sektorzeit.
Rückschläge für McLaren und Hadjar
Lando Norris brach eine schnelle Runde ab und steuerte die Box an. Rund 20 Minuten vor Schluss standen beide McLaren in der Garage, denn auch Oscar Piastris Auto wurde auf den gleichen Schaden untersucht. Norris kehrte sieben Minuten vor dem Ende mit einem per Kabelbinder fixierten Bauteil zurück und wurde Vierzehnter, Piastri kam auf Rang sechs. Hadjar hatte nach drei verpassten Rennen wegen seiner Handgelenksverletzung erst mit den Bremsen zu kämpfen und vermutete dann einen Motorschaden. Er rollte im zweiten Gang an die Box und kam nur auf acht Runden. Liam Lawson, der Hadjar zuletzt bei Red Bull vertreten hatte, wurde bei seiner Rückkehr zu den Racing Bulls starker Siebter.
Hektische Schlussphase
Kurz vor Schluss rollte Lindblad in eine Auslaufzone und löste das zweite VSC aus, konnte seinen Wagen aber wieder starten. Nico Hülkenberg nutzte zwischenzeitlich den Windschatten seines Teamkollegen Gabriel Bortoleto, stellte seinen Audi kurz vor Ende jedoch ab und beendete die Session nach 22 Runden auf Rang elf. Esteban Ocon blieb nach der Freigabe am Ende der Boxengasse stehen, kam aber aus eigener Kraft weiter und wurde Neunter. Am Ende der Zeitenliste lagen Aston Martin und Cadillac, Valtteri Bottas wurde Letzter.