George Russell hat auch das zweite freie Training zum Großen Preis von Aserbaidschan für sich entschieden und den Trainingsauftakt in Baku damit komplett dominiert. Der Mercedes-Pilot distanzierte Teamkollege und WM-Spitzenreiter Kimi Antonelli, der nach seinen Problemen im ersten Training verspätet ins Geschehen eingriff, um mehr als eine halbe Sekunde. Max Verstappen belegte trotz eines schwer zu fahrenden Red Bull Rang drei. Geprägt wurde die Session von einem Unfall Arvid Lindblads in der Burgpassage, der eine Rote Flagge auslöste, sowie von technischen Defekten bei Oliver Bearman und Fernando Alonso.
Lindblad schlägt erneut ein
Schon der Beginn verlief unruhig: Franco Colapinto rutschte direkt nach Verlassen der Boxengasse in Kurve 2 geradeaus in die Auslaufzone. Die meisten Fahrer starteten auf der mittleren oder harten Reifenmischung, Verstappen setzte früh die erste Bestmarke. Dann erwischte es Arvid Lindblad: Der Racing-Bulls-Neuling touchierte in der engen Burgpassage die Mauer in Kurve 8 und schlug in Kurve 10 ein zweites Mal ein. Die Rote Flagge beendete seinen Arbeitstag nach nur vier Runden – bereits beim vorherigen Grand Prix hatte er das zweite Training mit einem Unfall beendet.
Bearman strandet, Alonso in der Garage
Kaum war die Strecke wieder freigegeben, ging Oliver Bearman kurz nach der Boxenausfahrt der Antrieb aus. Der Haas-Pilot stellte sein Auto in der Auslaufzone von Kurve 2 ab. Bei Aston Martin kam Fernando Alonso nur auf neun Runden, ehe das Team einem Verdacht auf ein Ölleck an der Honda-Antriebseinheit nachging. Beide Aston Martin belegten die letzten Plätze.
Russell nutzt den Windschatten
Nach dem Neustart stand die Qualifying-Simulation auf Soft-Reifen im Fokus. Charles Leclerc unterbot zunächst Verstappens Bestzeit, doch Russell übernahm mit 1:43,759 souverän die Spitze. Auf einem bereits gebrauchten Satz Softs steigerte er sich mit perfektem Windschatten auf 1:43,347. Im Schlusssektor blieb er als Einziger unter 24,6 Sekunden.
Antonelli holt auf, Verstappen kämpft
Antonelli hatte nach einem Hydraulikproblem im ersten Training eine neue Antriebseinheit erhalten. Die Unterbrechung kam ihm gelegen, am Ende fuhr er den schnellsten ersten Sektor der Top 10 und belegte Rang zwei. Verstappen klagte über ein unruhiges Fahrverhalten auf den Bodenwellen und musste ständig gegenlenken. Isack Hadjar meldete sich nach drei Rennen Verletzungspause mit Platz neun zurück.
Ferrari mit Longruns, McLaren mit Fragen
Leclerc und Lewis Hamilton reihten sich auf den Plätzen vier und fünf ein, wobei Leclerc auf seinem Longrun mit Softs von Runde zu Runde schneller wurde. McLaren testete ein neues Aerodynamikpaket: Lando Norris wurde Sechster, verlor auf den Geraden aber Topspeed und streifte spät die Mauer, ohne größeren Schaden. Oscar Piastri büßte im letzten Sektor viel Zeit ein und landete hinter Pierre Gasly auf Rang acht. Nico Hülkenberg wurde mit 20 Runden Fünfzehnter, nur knapp hinter Audi-Teamkollege Gabriel Bortoleto.