George Russell hat den Großen Preis von Aserbaidschan von der Pole-Position aus gewonnen. Nach zwei Safety-Car-Phasen verteidigte er den Sieg im Zielsprint knapp gegen Max Verstappen. Isack Hadjar komplettierte als Dritter das erste Doppelpodium für Red Bull seit dem Frühjahr 2024, während WM-Spitzenreiter Kimi Antonelli von Startplatz 16 auf Rang fünf vorfuhr. Für den größten Aufreger sorgte Franco Colapinto, der beim Restart in Kurve 1 seinen Teamkollegen Pierre Gasly und Lando Norris abräumte.
Russell kontrolliert die Anfangsphase
Russell ging als einer der wenigen Spitzenfahrer auf der Medium-Mischung ins Rennen, kam sauber vom Start weg und brachte sich sofort außer Reichweite des Überholmodus seiner Verfolger. Bis zur Rennmitte wuchs sein Vorsprung auf rund zwölf Sekunden an. Nur ein leichter Mauerkontakt am Ausgang von Kurve 15 sorgte für einen Schreckmoment. Dahinter verteidigte Oscar Piastri Rang zwei. Verstappen, der wegen eines Power-Unit-Problems nur von Startplatz acht losgefahren war, arbeitete sich schnell nach vorne und zog gemeinsam mit Hadjar an Charles Leclerc vorbei.
Albon-Unfall stellt alles auf null
In Runde 30 verbremste sich Alexander Albon und schlug in die Mauer ein. Unter dem Safety Car absolvierte die Spitzengruppe ihren einzigen Boxenstopp und holte sich frische Reifen für den Rest der Distanz. Damit war Russells Polster aufgebraucht.
Colapinto löst Chaos in Kurve 1 aus
Beim Restart in Runde 36 schnappte sich Verstappen Platz zwei von Piastri, während dahinter das Chaos ausbrach. Colapinto blockierte beim Anbremsen von Kurve 1 beide Vorderräder und räumte Gasly sowie Norris ab. Im Ziehharmonika-Effekt dahinter traf Arvid Lindblad seinen Teamkollegen Liam Lawson und drehte ihn um. Das Safety Car kam erneut auf die Strecke. Die Rennkommissare verhängten gegen Colapinto eine Zehn-Sekunden-Strafe, die er nun beim nächsten Rennen in der Startaufstellung abbüßen muss.
Verstappen setzt Russell bis zur Ziellinie unter Druck
Auch den zweiten Restart in Runde 39 meisterte Russell, doch Verstappen blieb dran und fuhr die schnellste Runde des Rennens. Erst kurz vor Schluss konnte sich der Mercedes-Pilot etwas absetzen. Nach der Doppel-Gelb-Phase an der Unfallstelle von Valtteri Bottas' Cadillac fehlte Russell dann jedoch die elektrische Zusatzleistung. Verstappen saugte sich heran und zog auf der Zielgeraden neben ihn, aber Russell rettete den Sieg um Haaresbreite. Hadjar, der nach drei Rennen Verletzungspause zurückkehrte, fuhr ein fehlerfreies Rennen. Piastri fiel dagegen nach einem Verbremser in Kurve 1 aus den Punkten.
Antonelli-Aufholjagd und Punktejubel bei Haas
Antonelli verlor am Start zunächst einen Platz, arbeitete sich danach aber stetig nach vorne. Trotz eines Unterbodenschadens nach einer Berührung mit Oliver Bearman überholte er fünf Runden nach dem zweiten Restart Lewis Hamilton, der einsam Sechster wurde. Lindblad fing Esteban Ocon auf den letzten Metern um 0,030 Sekunden ab. Ocon und Bearman bescherten Haas dennoch die ersten Punkte seit Monaco. Carlos Sainz kämpfte sich nach seiner Startplatzstrafe und einem frühen Stopp von Rang 19 bis auf Platz zehn nach vorne. Nico Hülkenberg verlor zwei Runden vor Schluss Rang zehn an Sainz und ging als Elfter knapp leer aus. Teamkollege Gabriel Bortoleto fiel nachträglich noch auf Platz 15 zurück, weil er eine Zehn-Sekunden-Strafe für ein Überholmanöver unter Gelber Flagge erhielt.