Kimi Antonelli hat sich im dritten freien Training zum Großen Preis von Spanien die Bestzeit gesichert und den neuen Madring in 1:32,797 umrundet. Die Session geriet allerdings völlig aus dem Takt: Erst setzte Lewis Hamilton seinen Ferrari in der letzten Kurve in die TecPro-Barriere, was eine fast 39-minütige Unterbrechung nach sich zog, dann zerstörte Oliver Bearman in der Schlussminute seinen Haas ausgangs Kurve 10. Dazwischen griff die Rennleitung zu einem ungewöhnlichen Mittel und stoppte die Uhr, um den Teams auf dem brandneuen Stadtkurs wenigstens ein paar Runden zu retten. Hinter Antonelli sortierten sich Charles Leclerc, Oscar Piastri und Lando Norris ein, Max Verstappen rettete sich nach spätem Einstieg noch auf Rang fünf.
Zögerlicher Beginn auf unbekanntem Terrain
Fünf Minuten lang blieb die Strecke leer, ehe sich die beiden Audi-Piloten als Erste hinaus trauten. Nico Hülkenberg war dabei zunächst der Schnellere im Team und blieb auch am Ende mit 1:33,933 auf Platz acht knapp vor Gabriel Bortoleto. Bemerkenswert: Im ersten, topspeedlastigen Abschnitt fuhr der Deutsche die beste Sektorzeit des gesamten Feldes.
Hamilton crasht auf Bestzeitkurs
Nach rund 23 Minuten war die Session vorbei, bevor sie richtig begonnen hatte. Hamilton verpasste in der letzten Kurve mit blockierendem kurveninneren Rad den Einlenkpunkt und rutschte geradeaus in die Begrenzung. Der siebenmalige Weltmeister ignorierte die Aufforderung seines Renningenieurs, das beschädigte Auto sofort abzustellen, und schleppte sich mit verkeiltem Frontflügel weiter, ehe er doch am Streckenrand parken musste. Bitter: Er war gerade auf einer Runde unterwegs, die die damalige Bestmarke von Leclerc unterboten hätte. Seine frühe 1:34,284 reichte am Ende nur für Platz neun.
Die Uhr steht still
Weil die Reparatur der TecPro-Elemente sich hinzog, entschied die Rennleitung bei 15:38 Minuten Restzeit, die Uhr anzuhalten – im Training ein absoluter Sonderfall. Ohne diesen Eingriff wäre die Einheit beim Neustart bereits beendet gewesen. Arvid Lindblad profitierte davon am meisten: Nach dem Chassistausch infolge seines Freitagsunfalls war der Racing-Bulls-Pilot zu Sessionbeginn noch gar nicht einsatzbereit.
Williams verliert Albon früh
Alexander Albon berührte nach nur zwei Runden die Mauer und beschädigte die Aufhängung – ohne gezeitete Runde blieb er anschließend in der Box. Lance Stroll musste in Kurve 20 den Notausgang nehmen, Liam Lawson klagte über blockierende Hinterreifen. Verstappen stand nach 20 Minuten noch immer an der Box und drehte am Ende nur neun Runden.
Schlussoffensive mit bitterem Ende
Auf den letzten frischen Reifensätzen fielen die Zeiten deutlich: Antonelli schob sich an Leclerc vorbei, die beiden McLaren folgten in Schlagdistanz. Dann schlug Bearman ein, seine linke Chassisseite wurde schwer beschädigt – die Mechaniker stehen vor einem Wettlauf mit der Uhr bis zum Qualifying.